{"id":2947,"date":"2018-12-09T13:37:15","date_gmt":"2018-12-09T12:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?p=2947"},"modified":"2018-12-11T13:16:20","modified_gmt":"2018-12-11T12:16:20","slug":"das-ende-der-ibm-collaboration-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?p=2947&lang=de","title":{"rendered":"Das Ende der IBM Collaboration Software"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2952\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2952\" class=\"wp-image-2952 size-medium\" src=\"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-600x114.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"114\" srcset=\"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-600x114.png 600w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-768x146.png 768w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-1024x195.png 1024w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-640x122.png 640w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC-500x95.png 500w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/EMC.png 1511w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2952\" class=\"wp-caption-text\">Erinnerung aus 2016<\/p><\/div>\n<p>Als die IBM die Entwicklung von Notes vor \u00fcber einen Jahr zur indischen Firma HCL verschoben hat, wollte ich bereits einen Blogeintrag, geschm\u00fcckt mit einem Bild von abgefrackten Schiffen in den Gew\u00e4ssern vor Mumbai, zu diesem Thema schreiben. Mit Blick auf viele \u00fcber die Jahre liebgewonnene IBM-Freunde hab ich mir damals den Blogeintrag verkniffen.<\/p>\n<p>Nun, ein gutes Jahr sp\u00e4ter, ist es aber doch Zeit auf dieses Kapitel einen Deckel zu machen.<\/p>\n<p><strong>Die subjektive Historie<br \/>\n<\/strong>Notes war der gelbe Faden durch fast mein gesamtes Berufsleben. Als Groupware-Erl\u00e4uterer begann ich mein Berufsleben. Die Kurve der Erfolge im Notes Business ging kontinuierlich nach oben. Durch den Aufkauf von Lotus bzw. Iris durch die IBM traten wir in den Club der IBM Business Partner ein. In den Jahren 2000 und 2001 vor den Lotuspheres mit mehr als 10.000 Teilnehmern musste man bef\u00fcrchten, dass man Orlando verpasst, wenn man nicht in den ersten Stunden der <em>Registration<\/em> seine Anmeldung unter Dach und Fach gebracht hat. Notes war top. Microsoft war weit entfernt. Es war mehr als nur ein schn\u00f6des &#8222;Ich-programmiere-irgendetwas&#8220;, &#8222;Ich-liefere-Services-f\u00fcr-irgendetwas&#8220;,, &#8222;Ich-verkaufe-irgendetwas&#8220;. Es war Kult.<\/p>\n<p>Lange haben wir &#8211; und damit meine ich die gesamte Notes Community &#8211; die Fahne mit Stolz hochgehalten. Irgendwann begann aber ein leichtes Murren in der Fanszene, weil IBM technologisch nicht mehr genug investierte. Es gabe erste Migrationsprojekte. In teils hitzigen Diskussionen auf IBM Veranstaltungen wurde ich der Nestbeschmutzung beschimpft, da wir in erste Migrationsprojekten &#8222;Notes\/Domino -&gt; Outlook\/Exchange&#8220; involviert waren. Loyalit\u00e4t war gro\u00dfgeschrieben, auch wenn einige Lotis schon vor Jahren pl\u00f6tzlich auf der Microsoft Payroll auftauchten.<\/p>\n<p>Die Marktanteile von Notes nahmen kontinuierlich ab, auch wenn das Marketing immer noch Zahlen mit Double-Digit-Growth pr\u00e4sentierte. Das k\u00f6nnen die immer. Es ist nur eine Frage des kreativen Umgangs mit Zahlen. Es fehlte die Glaubw\u00fcrdigkeit. IBM zeigte wenig technologischen Willen dem entgegen zu steuern. Stagnation war angesagt. Die Loyalit\u00e4t stark strapaziert.<\/p>\n<p>Mit IBM Connections wurde parallel dazu ein neues Thema aufgerufen. Viele Notes Business Partner st\u00fcrzten sich darauf. <em>Social Collaboration <\/em>made by IBM. Auch wir engagierten uns brav, aber auch interessiert. Herausforderung waren und sind, das etwas <em>verquarzte <\/em>Backend, das sich v\u00f6llig anders geb\u00e4rdet als die pflegeleichte Domino-Infrastruktur, und Social Collaboration ist eben nicht nur IT, sondern muss ganz andere Strukturen in Unternehmen in Bewegung bringen. Da kann der pure IT-ler schon mal an seine Grenzen kommen.<\/p>\n<p>&#8230; und nun: alles verkauft. Nach Indien.<\/p>\n<p><strong>Die Perspektiven<br \/>\n<\/strong>Ich finde es schon bewunderswert<strong>, <\/strong>wie manche Kollegen nun in das Horn der explosiven Innovation durch HCL sto\u00dfen. Ich betrachte das mit neutraler Skepsis<strong>. <\/strong>Unsere laufenden Migrationsprojekte hat Domino 10 nicht ins Wanken gebracht. Der Zug f\u00e4hrt z\u00fcgig weiter in Richtung Outlook\/Exchange bzw. Office365. Dass eine fette Notes Applikationslandschaft dabei als <em>bulky luggage <\/em>stehen bleibt, ist Fakt.<\/p>\n<p>Der Verweis auf die tollen IBM-Entwickler, die ja alle zu HCL r\u00fcbergehen, dort nun die Budgets bekommen, die IBM nicht mehr bereit war zu investieren, auch da bin ich skeptisch. Maureen Leland postete: &#8222;Third time bought and sold is the charm ;-)&#8220;. Ich habe keine Ahnung von den HCL-Strukturen im Detail, und sicherlich werden nicht 1000 IBM-Entwickler von Maine nach Indien umgesiedelt. Ger\u00fcchteweise habe ich auch geh\u00f6rt, dass Geh\u00e4lter in Indien unter den amerikansichen Geh\u00e4ltern liegen. By-the-way &#8211; hat sich Donald Trump schon zu dem Deal ge\u00e4u\u00dfert? Ich bin durchaus froh, nicht in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem tausende Mitarbeiter per Deal den Besitzer wechseln.<\/p>\n<p>Was HCL nun wirklich mit den Produkten macht, bleibt abzuwarten. Wenn\u00b4s was Tolles wird, guck ich mir das an. Aber sicher nicht auf der fr\u00fchreren Basis einer Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Fanszene. Unsere Kooperation mit indischen Unternehmen war in der Vergangenheit auch begrenzt positiv. Andere Kultur, schwierig den Verbindlichkeitsgrad von Vereinbarungen richtig einzusch\u00e4tzen. Interessanterweise sind wir schon \u00fcber Ecken mit HCL in Kontakt: Es geht um eine Migration Notes &#8211;&gt; O365.<\/p>\n<p>Verstehen tue ich ehrlich gesagt nicht das Domino 10\/Domino Forever Brimborium, dass die IBM unter enthusiastischen Kommentaren k\u00fcrzlich noch in Frankfurt gefeiert hat. War da noch ein letzter Betrag in der Kasse, den niemand anders zu verbrauchen wu\u00dfte?<\/p>\n<p>Ob es f\u00fcr IBM der richtige Schritt war? Keine Ahnung. Ich bin kein globaler Wirtschaftsstratege. Ich ma\u00dfe mir nicht an, Ginni Romettis Schachz\u00fcge zu kommentieren. Welches Geld da in welcher Richtung den Besitzer wechselt, keine Ahnung. Sind die Produkte 1,8 Milliarden wert? Auch keine Ahnung. Ich wei\u00df auch nicht, ob Red Hat 34 Miliarden wert ist.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob HCL den deutschen Markt mit den wenigen verbliebenen gro\u00dfen Notes-Installation und den gro\u00dfen Connections-Installationen halten oder gar ausbauen kann. Schlie\u00dflich basierten diese Gesch\u00e4fte auch auf einer \u00fcber Dekaden gepflegten Partnerschaft zu IBM. Ob dem HCL-Vertrieb die T\u00fcren offen stehen oder ob die Ex-IBMer mit neuem Hut um die Ecke kommen? Wer wei\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die IBM die Entwicklung von Notes vor \u00fcber einen Jahr zur indischen Firma HCL verschoben hat, wollte ich bereits einen Blogeintrag, geschm\u00fcckt mit einem Bild von abgefrackten Schiffen in den Gew\u00e4ssern vor Mumbai, zu diesem Thema schreiben. 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