{"id":2038,"date":"2014-09-07T18:38:10","date_gmt":"2014-09-07T16:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?p=2038"},"modified":"2014-11-14T22:59:47","modified_gmt":"2014-11-14T21:59:47","slug":"mit-dem-smartphone-durch-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?p=2038&lang=de","title":{"rendered":"Mit dem Smartphone durch Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-2039\" alt=\"Alles 2009\" src=\"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Alles-2009.png\" width=\"230\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Alles-2009.png 640w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Alles-2009-338x600.png 338w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Alles-2009-576x1024.png 576w, https:\/\/thinking.holistic-net.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Alles-2009-169x300.png 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/>Auf Grund meines fast biblischen Alters habe ich noch eine Reiselogistik in Erinnerung, die angesichts der heutigen M\u00f6glichkeit als vorsintflutlich zu bezeichnen ist. Gest\u00fctzt auf Landkarten, bevorzugt die legend\u00e4ren Michelin-Karten, bewegte man sich durch unbekannte Gegenden. \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten musste man mit langem Vorlauf schriftlich abkl\u00e4ren, oder in der D\u00e4mmerung nach \u201eZimmer frei\u201c, \u201eChambre d\u2019h\u00f4tes\u201c oder \u201eBed and breakfast\u201c Ausschau halten. Das war nicht immer von Erfolg gepr\u00e4gt. Ab 23:00 kam es auch mal zu Meinungsverschiedenheiten in der Reisegruppe. Gelegentlich hat man sogar an einer Telefonzelle angehalten, um irgendwem mitzuteilen, wann denn mit der Ankunft zu rechnen ist.<\/p>\n<p>2014 sieht das nat\u00fcrlich alles anders aus und in Brasilien nochmal ein wenig anders als in deutschen Landen. Die heutige, weltweite Erwartungshaltung lautet: Grunds\u00e4tzliche Verf\u00fcgbarkeit des Internet, wo immer man sich gerade befindet, mit tauglicher Bandbreite und Flatrate zu Kosten, die nicht ins Gewicht fallen. Der <em>digital native<\/em> ist \u00fcber jeder Einschr\u00e4nkung dieses Forderungskataloges genervt.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich hat jeder ein Smartphone in der Tasche.<\/p>\n<p>Die Netzverf\u00fcgbarkeit 2G oder 3G ist generell gut in Brasilien. In den St\u00e4dten ohnehin, aber auch auf dem Land, im tiefsten Bahia, ganz ordentlich. Ich habe nur wenige Situationen mit \u201eKein Netz\u201c erlebt. Ich wage mal die These: Die Netzabdeckung ist besser als in Deutschland.<br \/>\nWiFi gibt es in jeder Kneipe und in fast jedem Privathaushalt. Bandbreiten in der Regel zwischen 2MBit und 10 MBit. Au\u00dfer im Best Western Hotel in Natal waren es immer passwort-gesicherte WiFis. Pragmatischer H\u00f6hepunkt: Das Passwort auf dem Deckblatt der Speise-karte. Weitere Erfahrung: Auf Anfrage wird einem das Passwort in Gro\u00dfbuchstaben aufgeschrieben, man muss es aber in Kleinbuchstaben eintippen.<br \/>\nWenn kein WiFi, dann wird der Telekom WeekPass strapaziert. Das Angebot der Telekom f\u00fcr 14,95\u20ac inkl. 150MB Datenvolumen ist akzeptabel. W\u00fcnschenswert w\u00e4re nat\u00fcrlich mehr Datenvolumen und billiger. Ich habe 4 oder 5 Weekp\u00e4sse verbraten, aber meine Familienmitglieder haben auch meinen Personal HotSpot ordentlich benutzt und somit mit an der Datenrate geknabbert. Standardspruch: \u201eKannst du mal deinen Hotspot anschalten?\u201c.<br \/>\nEigentlich hatten wir noch einen Mobile Access Point zur Verf\u00fcgung, den meine Kinder in Canada und den USA genutzt hatten, aber in Brasilien haben wir uns nicht die M\u00fche gemacht, nach einer g\u00fcnstigen SIM-Card zu recherchieren. Die Erfahrungen in Canada und USA waren auch eher ern\u00fcchternd. 3G gibt\u2018s dort selten, LTE schon gar nicht. So jedenfalls der Erfahrungsbericht meiner Kinder.<\/p>\n<p>Nach der n\u00fcchternen Bestandsaufnahme nun die Use Cases.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie weit werden wir fahren? Wo \u00fcbernachten wir heute?<br \/>\nMit dem Smartphone als Beifahrer in booking.com, 5 Minuten recherchiert, Bewer-tungen durchgelesen, Zimmer gebucht. Fertig ist die Laube bzw. das Nachtlager. Hat immer funktioniert. Die Verlinkung zu den Anfahrtsskizzen im Web ist nicht immer top, aber das liegt an der Programmierung der Web Sites.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wo geht\u00b4s lang?<br \/>\nSmartphone an, Ortung an, Route eingeben und dann immer sch\u00f6n den Anweisungen des Beifahrers folgen. Wenn man sich das vor der Tagesreise \u00fcberlegt hat und per WiFi die Karten heruntergeladen hat, ist das hochkomfortabel. Zur Not muss es auch ohne Karten gehen. Das Smartphone wird bei der Prozedur allerdings recht warm und der Akku leert sich. Deshalb Ladem\u00f6glichkeit im Auto bereithalten. Nebenbei gesagt, Google Maps hat Schw\u00e4chen, wenn die Route nicht komplett asphaltiert ist, was in Brasilien aber nicht ungew\u00f6hnlich ist. Das Garmin-Navi war da besser.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wo und wann treffen wir Luiza?<br \/>\nSie ist irgendwo in Belo Horizonte unterwegs. Wir sind in der Anfahrt zum Localiza Rental Car Return im gleichen Ort. Nat\u00fcrlich kann man anrufen, aber das ist teuer. Also per Whats App kommunizieren. Klappt bestens.<\/li>\n<li>Wer soll noch eine Postkarte bekommen?<br \/>\nSelfie schie\u00dfen. In die Touchnote-App gehen. Bildtitel tippen, ein paar salbungsvolle Worte dazu (das kann am l\u00e4ngsten dauern, wenn das Gehirn nichts Salbungsvolles hergibt), Adresse tippen. Ab die Post f\u00fcr ca. 1,50\u20ac die Karte. Sch\u00f6ner ist es vielleicht, das Selfie durch ein taugliches Photo zu ersetzen. Selfies von verschwitzten, ungeduschten Urlaubern sind nicht immer sch\u00f6n.<\/li>\n<li>Wie erkl\u00e4r ich\u2019s meinen G\u00e4sten?<br \/>\nDer Pousada-Besitzer in Lavras Novas (tiefstes Minas Gerais) macht es am Bildschirm per Google Translate. Er spricht nur Portugiesisch, wir leider nicht. Er tippt eine Willkommensnachricht in Google Translate und zeigt uns stolz die \u00dcbersetzung am Bildschirm. Alles klar, alles kapiert, alle lachen. Das Prozedere wiederholt sich, um uns am n\u00e4chsten Tag auf Pool und Sauna hinzuweisen. Nur die Frage, wo denn seine Schwester in Deutschland lebt, kann er in Facebook nicht ermitteln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ob dadurch Reisen weniger spannend ist und diese Spannung eigentlich mit dazu geh\u00f6ren sollte, sei mal dahin gestellt. Vielleicht ist es auch gut so, weil wir uns dann mehr auf die Menschen, die Landschaft, Essen und Trinken und andere analoge Sinnesreize k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Es sei denn, wir sind die ganze Zeit mit dem Smartphone besch\u00e4ftigt, um einen der Use Cases abzuarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Grund meines fast biblischen Alters habe ich noch eine Reiselogistik in Erinnerung, die angesichts der heutigen M\u00f6glichkeit als vorsintflutlich zu bezeichnen ist. 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