{"id":324,"date":"2013-01-17T17:24:28","date_gmt":"2013-01-17T17:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1117171.wp153.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/?page_id=324"},"modified":"2013-02-26T11:58:51","modified_gmt":"2013-02-26T10:58:51","slug":"ein-hauch-von-kritikfahigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?page_id=324&lang=de","title":{"rendered":"Ein Hauch von Kritikf\u00e4higkeit"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>In der Computerwoche war k\u00fcrzlich ein denkw\u00fcrdiges Interview mit Andreas Resch, dem CIO von Bayer Business Services, zu lesen. Er zweifelte doch ernsthaft an der Perfektion der Softwareindustrie und meinte, dass Anwender als Software eine einzige Katastrophe einkaufen w\u00fcrden. Im deutschen Jubel- und Verlautbarungsblatt der Computerindustrie kommt dies einer Gottesl\u00e4sterung gleich. Man muss wohl schon CIO eines der gr\u00f6\u00dften Industrieunternehmen hierzulande sein, um dieses Weltbild auch ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. Ich fand das Interview erfrischend und muss Herrn Resch in allen Punkten zustimmen. Er scheint allerdings Pragmatiker zu sein und f\u00fcgt sich in die \u201eVerwaltung der Abh\u00e4ngigkeit von gro\u00dfen Lieferanten\u201c. Das hat er aus meiner Sicht nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"5_2007\" src=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/5_2007.jpg\" width=\"572\" height=\"76\" \/><\/p>\n<p>Soweit wie ein Hannoveraner B\u00fcrger, der seinen PC des N\u00e4chtens aus dem Fenster warf, w\u00fcrde Herr Resch seri\u00f6ser weise vermutlich nicht gehen. Die Hann\u00f6versche Polizei hatte aber offenbar die Computerwoche gelesen und somit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den n\u00e4chtlichen Ruhest\u00f6rer. Er musste lediglich die Stra\u00dfe fegen. Interessant w\u00e4re gewesen zu erfahren, welche Eigenart seines PCs ihn zu diesem Wutausbruch getrieben hat: Hatte er gerade versucht einen WLAN Access Point der Telekom zu installieren? Hatte er versucht mit seinem neuen Smart TAN plus der Hannoverschen Volksbank eine \u00dcberweisung zu t\u00e4tigen? Hatte er schlicht versucht mit Microsoft Office 2007 einen banalen Brief zu schreiben oder gar Windows Vista installiert? Wir wissen es nicht. M\u00f6glicherweise versuchte er auch mit dem neuen Lotus Quickr zu arbeiten und seine Lotus Notes ID enth\u00e4lt einen Umlaut. Gr\u00fcnde gibt es Tausende. Es entzieht sich meiner wissenschaftlichen Kenntnis, den volkswirtschaftlichen Schaden, den Hardware und Software verursacht, zu beziffern.\u00a0 Der gef\u00fchlte Schaden ist immens hoch. Es ist ja heutzutage legitim, \u00fcber gef\u00fchlte Werte zu berichten.<\/p>\n<p>Der Hannoveraner hatte sich jedenfalls nach eigenen Angaben ma\u00dflos \u00fcber seinen Computer ge\u00e4rgert. Vermutlich hat er das Ger\u00e4t vorher angeschrien, gehauen, getreten, m\u00f6glicherweise bespuckt. Das Objekt der Erregung kurzerhand ein paar Stockwerke in die Tiefe zu schicken, schafft sicherlich eine kurzfristige Befriedigung, aber wen will er damit bestrafen.\u00a0 Vermutlich hat er sich inzwischen bei Mediamarkt (\u201eSaubillig und noch viel mehr\u201c) ein neues Ger\u00e4t mit der gleichen Software gekauft und arbeitet wieder an seinem Adrenalinspiegel. Ich vermute allerdings, dass er ein zweites Mal nicht mit Stra\u00dfe fegen davon kommen wird.<\/p>\n<p>Mein B\u00fcro liegt im sechsten Stock mit gro\u00dfem Umlaufbalkon und \u2026. Ich pflege aber lediglich ab und zu die Tastatur etwas h\u00e4rter zu bedienen und richte meine Fl\u00fcche gegen die Hersteller, derer ich aber leider nicht habhaft werden kann. Im Oktober will ich an einer IBM Lab Tour nach Boston teilnehmen. Dort sollen wir \u2013 so die Agenda \u2013 mit echten Entwicklern sprechen d\u00fcrfen. Ich spiele mit dem Gedanken, mir eine lange Liste der Dinge mitzunehmen, die mich im Umgang mit den IBM Produkten gelegentlich auf die Palme bringen. Im n\u00e4chsten Gedanken z\u00f6gere ich aber schon wieder, denn\u00a0 ich will mich ja nicht zum Gesp\u00f6tt der Lab Tour machen. Wer will schon durch den naiven Glauben an Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten gl\u00e4nzen? Unterm Strich ist es ja auch egal, ob man sich \u00fcber schlechte Software, das Wetter oder den lauten Nachbarn \u00e4rgert. Auf dem Weg zur CeBIT in der \u00fcbervollen Stra\u00dfenbahn h\u00f6rte ich einmal den Spruch: \u201eWenn ihr etwas ordentliches gelernt h\u00e4ttet, m\u00fcsstet ihr hier nicht rumstehen!\u201c Ich bin eben nur Informatiker, dann muss man wohl mit der Computerwelt leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/?page_id=326\" rel=\"attachment wp-att-759\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Glosse_Pfeil\" src=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Glosse_Pfeil1.jpg\" width=\"129\" height=\"17\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Computerwoche war k\u00fcrzlich ein denkw\u00fcrdiges Interview mit Andreas Resch, dem CIO von Bayer Business Services, zu lesen. 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