{"id":241,"date":"2013-01-17T16:53:32","date_gmt":"2013-01-17T16:53:32","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1117171.wp153.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/?page_id=241"},"modified":"2013-02-22T09:43:34","modified_gmt":"2013-02-22T08:43:34","slug":"drahtlose-hohenfluge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/thinking.holistic-net.de\/?page_id=241&lang=de","title":{"rendered":"Drahtlose H\u00f6henfl\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p>Perfektes Wireless LAN in allen Lebenslagen, das ist die Perspektive. In vielen B\u00fcros ist es schon fast selbstverst\u00e4ndlich. Im heimischen Bereich allerdings erscheint es immer noch spektakul\u00e4r, wenn man l\u00e4ssig im Garten sitzt und ohne Kabel vor sich hin surft. Allerdings muss man diese Sensation jedem vorbeilaufenden Nachbarn zurufen, damit er auch jenseits des Gartenzauns erkennt, dass man online ist. Er k\u00f6nnte sonst denken, man w\u00e4re offline und dann w\u00e4re die Investition in das WLAN umsonst gewesen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"3_2003\" src=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/3_2003.jpg\" width=\"571\" height=\"76\" \/><\/p>\n<p>Auch auf der Lotusphere 2003 in Orlando war der Trend der Zeit un\u00fcbersehbar. In jedem Zimmer, auf jedem Sofa, w\u00e4hrend der Vortr\u00e4ge, \u00fcberall konnte der Besucher mit einem entsprechend ausge\u00adstatteten Notebook den Zugang zum lokalen Netz nutzen und auch Surfen \u2013 kostenlos und ohne umst\u00e4ndliche St\u00f6pselei. Technisch keine Sensation, aber immerhin ein neuer Komfort.<\/p>\n<p>Diesen versprach die Lufthansa noch zu \u00fcbertreffen \u2013 Stichwort: Luft\u00adhansa Flynet. Einige Wochen vor dem Flug nach Orlando erhielt ich von der Fluggesellschaft eine aufwendig gestaltete Brosch\u00fcre mit einem eingeklebten Spiegel. Neben diesem war zu lesen: \u201eHier sehen Sie einen Flugpionier.\u201c F\u00fcr meinen Flug von Frankfurt nach<br \/>\nWashing\u00adton wurde mir in schillerndsten Farben als neuer H\u00f6hepunkt des Technologiekomforts Wireless LAN versprochen. In meiner Euphorie teilte ich einer Vielzahl von Bekannten und Verwandten mit, dass Sie von mir aus dem Flugzeug ein Email erhalten w\u00fcrden und wir locker chatten k\u00f6nnten. Vor dem Boarding in Frankfurt wurde ich erneut mit der gleichen Brosch\u00fcre an die neueste technische Errungenschaft erinnert. Es galt nur noch einzusteigen, Platz zu nehmen, Notebook aufzuklappen und los geht\u00b4s.<\/p>\n<p>Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, was jedoch Ursache f\u00fcr die sp\u00e4teren Entwicklungen sein konnte: Kurz vor dem offiziellen Boarding st\u00fcrmte Innenminister Schily mit einer Schar Bodyguards in den Flieger.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich mich in meinem spartanischen Sitzplatz einrichtete, um Thrombosen zu vermeiden, beobachtete ich mit Interesse die Flynet Assistants in ihren schick bedruckten T-Shirts, wie sie emsig durch den Flieger eilten. Als sie allerdings mit langen Ethernet-Kabeln hantierten und in aufopferungsvoller K\u00f6rperhaltung unter den Sitzen der Passagiere nach Buchsen forschten, wurde ich skeptisch. Sollte das Wireless LAN sein? St\u00e4ndig wurden Notebooks durch die Gegend geschleppt. Erfolge bei Notebook-Besitzern in den n\u00e4chsten Reihen konnte ich auch nicht beobachten. Angespornt von einem Kollegen, fragte ich schlie\u00dflich einen Flynet Assistant, ob ich denn nun auch mit meinen ThinkPad das neue WLAN-Angebot nutzen k\u00f6nne. Der Traum vom Flugpionier war dann mehrstufig schnell vorbei.<\/p>\n<p>Ungl\u00fcck Nr. 1: Wireless LAN funktioniert in dieser Maschine leider nicht, weil die Lufthansa noch keine Zulassung f\u00fcr Karten habe. Vielleicht sieht es in zwei Wochen anders aus. Ungl\u00fcck Nr. 2: In der N\u00e4he meines Sitzes gab es auch keinen Ethernet-Anschluss. Insgesamt wurden zwar Kabel in einer sagenhaften L\u00e4nge von 3,8 Kilometern verlegt, aber leider nicht im mittleren \u201eCompartment\u201c. Der Hoffnungsschimmer: An Bord befanden sich sechs Leihger\u00e4te, und der Flynet Assistant versprach, mich ganz oben auf die Warteliste zu setzen. Ungl\u00fcck Nr. 3: Dort blieb ich auch. Ich vermute, die Bodyguards von Schily hatten alle Leihger\u00e4te in Beschlag und spielten Counterstrike, Command &amp; Conquer oder Return to Castle Wolfen\u00adstein.<\/p>\n<p>Es war mir dann aber auch nicht mehr so wichtig. Mit meinen Chat-Versprechungen und meiner angek\u00fcndigten Email-Flut h\u00e4tte ich mich ohnehin blamiert. Ein besser situierter Kollege kl\u00e4rte mich sp\u00e4ter auf, dass in der First Class alles prima funktionierte, zwar nicht \u201ewireless\u201c, aber immerhin mit Kabel.<\/p>\n<p>Auf der Lotusphere angekommen, wollte ich als stolzer Besitzer von Triband-Handy und Calling Card auch im Bereich Mobile Calling kosteng\u00fcnstig \u201eon top\u201c sein. Mit der Technik gab es keine Probleme. Die Einwahl \u00fcber die kostenfreie Zugangsnummer per Calling Card mit CLI-Erkennung hat super geklappt. So war der Telefonierfreude in die ferne Heimat keine geizige Grenze gesetzt. Ein Irrglauben, wie sich zuhause in Deutschland herausstellte. Denn den Strafbefehl f\u00fcr Naivit\u00e4t beim Telefonieren stellte unser Provider Ende des Monats aus: 307,80 \u20ac f\u00fcr abgehende Roaming-Verbindungen. Man lernt nie aus. Immerhin versprach der Provider, den Sachverhalt zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>So eilen wir weiter mitten im Strom von Innovationen. Ewig im Wechsel zwischen Frust und Euphorie, aber mit jedem Schritt haben wir die Chance, ein bisschen schlauer zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/?page_id=243\" rel=\"attachment wp-att-759\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Glosse_Pfeil\" src=\"http:\/\/wp1117171.wp112.webpack.hosteurope.de\/thinksbtf\/thinking\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Glosse_Pfeil1.jpg\" width=\"129\" height=\"17\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Perfektes Wireless LAN in allen Lebenslagen, das ist die Perspektive. 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