Partnering mit unseren Freunden aus Amerika

Scribbel27Es gibt so ein paar Schmerzen im Partnering mit unseren lieben Freunden aus Amerika, darüber komme ich auch nach Dekaden Berufserfahrung nicht hinweg.

Das Harmloseste ist noch das nicht enden wollende fragen nach State/Province in allen Formularen amerikanischen Ursprungs.

Liebe Freunde im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Solche Pflichtfelder nerven, besonders wenn man Customer References ausfüllen soll und für jedes Bundesland den englischen Namen googlen muß. Lower Saxony hab ich ja auf dem Schirm, North Rhine Westphalia vielleicht auch noch, wobei es da mit der Schreibweise aber schon schwierig wird. Saxony-Anhalt hätte ich jetzt nur raten können, hätte eher auf Saxony on hold getippt.

Die nächste Nervstufe besteht in der unverfrorenen Abfrage von Kundenkontakten, deren Telefonnummern und deren Email-Adressen. Ich habe jetzt gestern mal unter solch ein Formular geschrieben, dass das nach deutschem Recht verboten sei. Ob’s stimmt oder ob´s in Amerika jemanden interessiert, sei mal dahingestellt. Vielleicht bietet ja die NSA solch einen Service inzwischen für kleines Geld an. Und der BND hilft, falls Umlaute im Spiel sind. Kleine Amtshilfe unter Kumpels.

Die härteste Nummer brachte vor einiger Zeit Google. Ich sollte im Rahmen der Google Enterprise Partnership für alle unsere Mitarbeiter eine quasi eidesstattliche Erklärung abgeben, dass keiner jemals in irgendwelche terroristischen Aktivitäten verstrickt war und wir als Firma das auch ständig überprüfen würden. Das Papier wanderte in die Tonne. Wir sind kein Google Enterprise Partner mehr.

Das tragische ist, wir haben keine Chance in diesem Machtspiel. Infos verweigern heißt in letzter Konsequenz auf Partnerschaft und Geschäft verzichten. Deutsches Recht ist in diesem Zusammenhang etwas zum Tapezieren der Toilette.

Social Connections 8

sc8Das Foto – by courtesy of Oliver Heinz. Er weiß zwar noch nichts von seiner „courtesy“, aber das sollte OK sein.

Nach zwei Tagen Social Connections 8 eine kleine Zusammenfassung. Es war eine wirklich gute Veranstaltung. 187 Teilnehmer+ Speaker+Veranstalter. Da passt der Rest auf der Closing Session mit Olis Weitwinkel auf ein Bild. Es geht auch ohne Gigantismus.

Ein Lob den Organisatoren. Diese unprätentiöse, lockere, authentische Art finde ich toll. Es ist eine angenehme und dennoch fachlich hochkompetente Athmosphäre. Auch die IBMer sind deutlich lockerer und kommunikativer als auf der Lotusphere/Connected, wo sie unter der Überwachung einiger höherer Tiere aus dem IBM-Organigramm stehen. Natürlich wird auch diese Community wachsen, aber ich wünsche den Organisatoren, das sie diesen Stil noch einige Jahre erhalten können.

Die Veranstaltung bot eine sehr gute Darstellung des derzeitigen Eco-Systems rund um IBM Connections. Die IBMer, vor allem Suzie Livingston und Luis Benitez, haben die Produktperspektiven von Connections dargestellt, es gab viele Vorträge zum Thema Design Thinking und die Sponsoren haben ihre Beiträge zum Eco-System addiert.

Die nächste Veranstaltung wird am 22./23.10. in Ehningen stattfinden. Den Amerikanern wurde vorsichtshalber mal Stuttgart genannt, damit die nicht gleich vom Glauben abfallen. Wenn ihnen erstmal der final approach zum hotelfreien Agrarstandort Ehningen gelungen ist, dann werden sie es mit Fassung tragen. Wir haben ja auch schon Leuten gesagt, dass wir nach Boston fahren, und dann war es Westford.

Der Fluch des Serienfaxes

image1So als Einzelmail ist es ja ein alter Hut. Selbst als SMS sind diese Einladungen zum reich werden inzwischen geboten. Als Serienfax an die Geschäftsführer hat es nochmal einen besonderen Charme. Nachgewiesen ist hiermit, dass die Ersteller das Thema Serienfax technisch beherrschen. Als Geschäftsmodell jedoch nicht. Gott habe die Klienten Albert Allmann und Albert Alten selig. Der Klient Albert Brandes lebt offenbar noch. Oder er kommt mit der nächsten Fuhre mit Anfangsbuchstaben B.

Readiness check – Social Connections 8 – Boston

BostonMit profesionellem Vorlauf, morgen geht´s mal kurz rüber nach Boston, habe ich mich mal schnell um die Reisepapiere gekümmert.

  • Flugticket: Die Lufthansa teilt mir beim Online Check-In leider mit, dass die vorgebuchten und mit einem kleinen Aufschlag verbundenen Plätze aus „operativen Gründen“ nicht zur Verfügung stehen. Keine Ahnung was diese operativen Gründe sein könnten. Ich möge mir das dafür gezahlte Geld nach der Reise zurückholen, indem ich den Lufthansa Service kontaktiere. Warum können die das nicht einfach zurückbuchen?
  • Hotel: Kendall in Cambridge, hat mein Room Mate Sigi alles gebucht. Er kommt allerdings nach mir an. Ich hoffe, dass die mich trotzdem ins Zimmer lassen.
  • Eventbrite Ticket: Auf der iPhone-App. Zusätzlich nochmal ausgedruckt. Sollte eigentlich so passen.
  • holistic Produktflyer in Deutsch und Englisch: Last minute translation, bisschen Faltarbeit. In Kürze gibt´s neue Logos, dann muss ohnehin alles neu gedruckt werden.
  • ESTA: Zur Sicherheit nochmal auf die ESTA-Seite, eigentlich sollte ich noch eine gültige Application haben.
    1.Überraschung – die Web Site ist ganz neu. Sieht gut aus.
    2. Überraschung – my application gesucht, sollte eigentlich da sein, weil nach meiner Erinnerung erst im Januar neu beantragt, keine gefunden. Bin ich zu doof um das ESTA-UI zu verstehen? Bei zwei Eingabefeldern, Name und Passnummer, kann man eigentlich nicht so viel falsch machen.
    Also neuen Antrag ausfüllen, weil ich keine Lust auf Debatten mit der Homeland Security habe. Das Aussehen der neuen Eingabemasken steht nicht ganz mit der Funktionalität im Einklang. Sowas würden wir nicht als App ausliefern. Man darf als US Contact zwar „unknown“ angeben, kann dann aber das Formular nicht abschicken. Im Feld Geburtsort nimmt er keinen „/“. Die Schreibweise Meisenheim/Glan funktioniert nicht. Try and error. Man bekommt zwar in rot schön die internen Feldnamen angezeigt, bei denen die Validierung fehlschlug, die Felder muss man dann aber von Hand suchen.
    Weil die Amis denken, dass jeder Staat der Welt in States/Regions gegliedert ist – warum könnte es auch anders sein -, muss man immer die entsprechenden Felder füllen. Was macht einer, der aus Luxemburg kommt? Schreibt vermutlich nochmal Luxemburg in das Region-Feld.
    Am Schluß müssen inzwischen 73$ abgedrückt werden. Da könnte man zumindest 1$ von jeder Application in die Fertigstellung der Web-App stecken. Geht aber vermutlich in die Anschaffung von Handfeuerwaffen für die Homeland Security.
    Ergebnis: Ich finde meine neue Application und sie ist approved.
  • Visitenkarten:Wie vom Veranstalter empfohlen „a good stack“ eingepackt. Man kann die angeblich in Hüte werfen und „fabulous prizes“ gewinnen. Bin gespannt.

Nun laufe ich noch ein bisschen durch die Abteilungen unseres Konzerns und lasse mir die letzten brandneuen Releases der holistic connections toolbox und des holistic smart café auf den USB-Stick kopieren. So geht das bei uns.

Hab ich was vergessen? Hinweise bitte kurzfristig.

Hier noch der passende Musik Link: Shipping up to Boston. Nicht für jedermanns Ohr geeignet.

Rent a car in Portugal

Bevor wir uns wieder den knallharten Business Themen zuwenden, noch eine kleine Nachbetrachtung zu meinem Urlaub in Portugal. Der Portugiese im Allgemeinen ist mit seinem Auto nicht so eitel wie der Deutsche. Hauptsache, es fährt. Bei Mietwagen führt das allerdings zu etwas aufwändigeren Übergabeprozessen, damit ein Auto nicht am Schluß wie die grüne Möhre von mir unbekannter Marke aussieht.

Beim Mietstart wird ein umfangreiches Protokoll über die bisherigen Schäden angefertigt und bei Mietende muss natürlich die gleiche Prozedur zur Feststellung des Deltas an Beschädigungen durchgeführt werden. Es wird selten weniger. Das kann mit akribischen Kreuzchen auf dem Zettel mit dem skizzierten Auto schon eine Weile dauern.

Faktum ist, in Portugal haben fast alle Autos, auch die teuren SUVs, erhebliche äußere Gebrauchsspuren. Zumindest in der gebirgigen Umgebung rund um Lissabon und Sintra. Der portugiesische Fahrstil auf Gebirgsstraßen und im Kreisverkehr machen das auch unvermeidlich.

Div 075Nebenbei gesagt: Das abgebildete Auto ist nicht unser Mietwagen.

IBM Verse Signature Moment

div-016Gestern durfte ich mit ca. 200 anderen Menschen am IBM Verse Signature Event teilnehmen. Die IBM nutzte die CeBIT als Gelegenheit, um in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für IBM Verse hierzulande etwas zu tun. In einen Consumer Market kommt man eben nicht, wenn man nur Analysten ein paar salbungsvolle Erkenntnise erzählt. Da muss das Marketing ran.

Aber, Beta hin, Beta her, noch ein Preview, Launch hier, Signature Moment da. Es muss jetzt endlich mal Butter bei die Fische. Das heißt Business Partner und Kunden müssen sich den wahren Nutzen von IBM Verse selbst erschließen können. Fertig mit „Nur gucken, nicht anfassen!“

Ich habe eine ganze Serie von Nagelproben im Hinterkopf, aber auf den bisher freigegebenen Plattformen ließen sich diese Tests nicht durchführen.

  • Was leistet Watson in IBM Verse?
  • Wie gut funktioniert die faceted search?
  • Was sind die Unterschiede im Featurevolumen des „alten“ Notes Clients und IBM Verse?

Das UI ist richtungsweisend und das Potential scheint groß zu sein, aber, wie gesagt, bisher kann ich es nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

Die Fragestellungen rund um ein IBM Verse on-premise wird man ohnehin erst in ein paar Monaten beantworten können.

Und noch eine kleine Randbemerkung, liebe IBM: Das Format der Veranstaltung gestern im Raum Brüssel ist suboptimal. Da ist null Pep drin. Es reicht nicht aus im Vorfilm die Bassboxen hüpfen zu lassen. Wenn die IBM das Thema Collaboration mit IBM Verse revolutionieren will, dann sollte man zumindest ein seit Dekaden abgedroschenes Veranstaltungsformat ein bisschen in Frage stellen. Im Vorfilm werden Dynamik und junge Menschen gezeigt. Danach kommen mehrheitlich Leute auf die Bühne, die ihre Pensionsrückstellungen schon lange im Trockenen haben. Wo soll da das Vertrauen in einen Innovationsmotor IBM in Sachen Messaging und Collaboration herkommen?

 

holistische Features im Automobilbau

div-014Für manche vielleicht ein kleines Suchbild, aber das ist nicht das Ziel der Übung. Es ist solch ein Abstandssensor, wie er über alle modernen Autos quasi seuchenartig hereingebrochen ist. Die beiden Autos, die ich Moment primär bewege, haben jeweils mindestens ein Dutzend oder mehr von diesen nervtötenden Teilen. Bei Topmodellen von BMW, Mercedes und Audi sind es vermutlich doppelt so viel. Oben, unten, vorne, hinten, links, rechts und noch einer im Handschuhfach. Die Anwendung ist sozusagen holistisch, ganzheitlich, allumfassend. Leider ist die holistische Kakophonie, die dieser nervenden Biester z.B. beim Ausparken vor unserem Büro machen, so sinnlos wie ein Kropf. Das ganze Sortiment piept kontinuierlich ohne Sinn und Verstand. Folglich muss ich es einfach ignorieren, wenn ich nicht 3 Stunden später immer noch verschüchtert auf dem Hof stehen will. Ich gehe davon aus, dass diese Dinger auch spottbillig sind, den verschenken tut die Automobilindustrie auch nichts. Kann man die eigentlich komplett abschalten ohne sie auszubauen? Meine Nachbarin hat einen alten Twingo. Den find ich super. Da piept keine Anschnallwarnung, kein Reifendrucksensor, kein Abstandshalter, gar nix. Hat allerdings auch keine Servolenkung, was die ersten beiden Kurven immer etwas schwierig macht.

Die CeBIT ruft

cebitsbAls Ortsansässiger sieht man die CeBIT ja immer duch eine etwas andere Brille. Da ich die Abende am heimischen Kamin verbringe und nicht im alkoholgesättigten Ausnahmemodus auf diversen Partys, bleibt der Adrenalinspiegel bei mir etwas flacher als bei anderen euphorisierten Kollegen. Dennoch, ich gehe jetzt mal hin. So zum Warmlaufen praktisch. Als Teilnehmer eines IBM Design Workshops, worauf ich wirklich gespannt bin.

Die Ticketreseverierung hat hoffentlich geklappt. Zur Sicherheit habe ich es auf dem SmartPhone und in zwei Varianten als Ausdruck dabei. Auch für das Üstra-Ticket, das ja erstmals in diesem Jahr nicht mehr Bestandteil des CeBIT-Tickets ist, habe ich den modernen elektronischen Weg beschritten. Die GVH-App ist einigermaßen bedienerfreundlich. Einigermaßen.

Am Dienstag werde ich dann pausieren, man soll’s ja nicht übertreiben.

Am Mittwoch habe ich dann einen ehrenvollen Auftritt mit lieben Freunden beim Expert-Panel: Unterschiede bei den Social Collaboration Lösungen. Die Stimmungslage in der Social Business Arena werde ich heute schon mal prüfen.

Am Mittwoch gibt es dann nachmittags noch das IBM Verse Signature Moment Event. Eines der diesjährigen CeBIT Highlights.

Also: Los geht´s zu den Würstchen für 10,60€.

Widersprüche

VerseAus gegebenem Anlass habe ich gestern versucht das IBM Verse Beta Nomination Form auszufüllen. Leute, Leute, Leute. Ihr raubt einem den letzten Nerv. Nicht dass mir diese Formulare neu wären, aber es ist doch immer wieder frappierend in welchem Widerspruch das tägliche Business mit der IBM zu den Worten ihrer Wanderprediger steht. Diese reden landauf, landab von dramatischer Produktivitätssteigerung durch Collaboration Software, vom Umbau der Wissenssilos, von schlanken, flexiblen Prozessen, gar von UI-Revolutionen, dem genialen Watson und tausend anderen tollen und innovativen Dingen.

Ich sage euch Leute, solange die IBM von Formularfetischisten, pathologischen Datensammlern, Lawyern und Controllern bescherrscht ist, bleibt es schwer. Wie sollen denn eure Business Partner und Kunden daran glauben, dass ihr die Leichtigkeit des Seins neu erfunden habt, wenn ihr in den Geschäftsprozessen das Gegenteil beweist.

Ich kann es ja akzeptieren, dass nicht jeder Dadödel auf Zuruf in ein Beta Program kommen kann. Aber warum muss ich denn zum 1427. Mal das Pflichtfeld State mit „Lower Saxony“ füllen, zum 1728. Mal angeben, woher ich die IBM kenne und innerhalb eines Formulars ein halbes Dutzend mal meinen Namen angeben. Immer wieder dieser antiqierten Schlüsselwortlisten. Fragt doch einfach euren Watson. Der kann euch das doch alles sagen und ihr erspart mir diese endlose Nerverei.

Conti-Motto: „Unsere Lieferanten fahren unsere Produkte!“

reifen.. würde ich ja gern, liebe Conti, aber es gibt ja keine mehr. Vor einigen Jahren hatte ich schonmal das Erlebnis, dass die Winterreifen meiner Wahl für die Saison einfach ausverkauft waren. Es gab damals gar nix Taugliches mehr, keine Conti, keine Michelin, keine Goodyear, nix. Offenbar hatten alle Hersteller irgendetwas vom Klimawandel falsch verstanden und gedacht, der Winter fällt aus. Ich mußte damals irgendeine Reifenmarke nehmen, deren Namen ich mir nicht mal merken kann. Grausame Reifen. Heute morgen fuhr ich zum Reifenshop, weil überflüssigerweise in der Reifenwand eine Spaxschraube steckte. Reparatur unmöglich. Also sage ich flockig: „Dann nehme ich einen Satz neue Winterreifen … und zwar Conti-Reifen, damit unser Kunde zufrieden ist.“ Der Händler sucht auf der Web Site seiner drei Großhändler. Er sagt: „Einen!“ Ich sage: „Ein Satz reicht ja.“ „Nicht einen Satz, einen Einzelreifen gibt es nur noch.“ „Ich kann auch ein paar Tage warten. Zur Not geht´s ja auch ein paar Tage mit den Sommerreifen auf der Hinterachse.“ „Sie müssen 5 Monate warten. Die nächsten gibt´s erst in 5 Monaten.“ Glückwunsch.

Also lieber Kunde: Ich fahre eure Reifen, wenn man die auch käuflich erwerben kann. Wenn ihr es nicht schaft eure Produktion marktgerecht zu planen und es Mitte Februar keine Winterrreifen mehr gibt, dann könnt ihr mir nicht vorwerfen, dass ich nicht eure Produkte kaufe. Ich fahre jetzt Michelin. Vielleicht passen die auch besser zu einem französischen Auto.