Die Flipcharts oder deren Folgetechnologie in den Besprechungszimmern bieten ja oft interessante Einblicke. Bei uns entstanden heute morgen diese Zeichnungen. Hat denn einer eine Idee was das sein könnte? Die, denen ich das erzählt habe, oder die gar heute morgen dabei waren, sind natürlich vom Rätselraten ausgeschlossen.
Design Scan von Notes Applikationen

Unser großer Sport in vielen Projekten ist z.Zt. der Design Scan von Tausenden von Notes Applikationen zu diversen Zwecken. Mal ist es die Vorbereitung von Konsolidierungsprojekten, mal ist es die Vorbereitung von Modernisierungsmaßnahmen in der Applikationslandschaft, oft ist es aber auch die Vorbereitung zu einer Migration der Maillandschaft in Richtung Microsoft Exchange und der Applikationslandschaft in Richtung Microsoft SharePoint oder anderer Plattformen.
Da es sich hier um Massenrecherchen dreht, steht Effizienz im Vordergrund. Auffinden von Pattern, effizientes Tagging von oft Hunderttausenden von Results, Aggregation zu Problem-Clustern, Identifizieren von Lösungswegen. Das menschliche Auge und der erfahrene Entwickler sind trotz weitestgehender Automatisierung der Prozesse unerlässlich. Das endet schon mal in dem Spruch: „Ich kann heute keinen Notes-Code mehr sehen!“
Domino Server und ID Tables
Der Domino Server verwaltet intern eine sog. ID Table pro Datenbank. Das ist der interne Index zum Auffinden der Note-IDs. Bei sehr großen Datenbanken und unglücklichen Implementierungskonzepten kann diese ID-Table an die Kapazitätsgrenze kommen, was dazu führt, dass nichts mehr funktioniert in dieser Datenbank. Der Zustand ist dann äußerst ärgerlich und nicht schnell zu reparieren. Fehlermeldungen im Log sehen dann wie folgt aus.

Zitat IBM aus einem PMR-Mail: „Usually, the inability to extend an IDTable is due to lots of delete activity on the database being updated. Since Domino does not reclaim NoteIDs, the IDTable structure eventually fills up and cannot be used unless or until a new replica is made of the database.“
Wir haben ein internes Tool, um den Füllungsgrad dieser ID Table auszulesen. Man kann dann Maßnahmen ergreifen, um das Problem zu beseitigen, bevor es zum Stillstand kommt. Wer vor dem gleichen Problem steht, kann sich bei uns melden. IBM sagt, dass das Problem unter Notes 9 im Rahmen des Compact gelöst werde. Ausprobiert haben wir es noch nicht. Wenn viele schreien, bauen wir noch ein UI für das Tool, damit es auch für andere Admins nutzbar ist.
Optimierungspotential
Manchmal bekomme ich kurze Panikattacken, wenn ich befürchte, irgendetwas wichtiges verloren zu haben. Gestern, beim Verlassen des Niedersachsenstadions nach dem grandiosen Sieg gegen Mainz 05, war ich einige Minuten lang auf der Suche nach der 96-Dauerkarte. Fehlanzeige in allen vier Hosentaschen, Fehlanzeige in acht durchsuchten Taschen der Regenjacke. Mein Gedanken kreisten schon um die Wiederbeschaffung der Dauerkarte, was im Prinzip möglich sein sollte, da sie sich auf einen bestimmten Sitzplatz bezieht und man die verlorene Karte sicher sperren lassen kann. Die Karte fand sich dann nach besonnenem Abtasten der Regenjacke in Innentasche Nr.9.
Nächtliche Alpträume, die sich um das Verlieren oder Suchen von diesen Alltagsutensilien wie Schlüssel, Scheckkarten, Geld, Handy, USB-Stick und ähnlichem drehen, habe ich öfter. Es scheint zumindest ein mich belastendes Problem zu sein.
Warum dieses Thema hier im Blog? Technisch wären doch fast alle diese Dinge verzichtbar und durch ein einziges RFID-Chip irgendwo unter der Haut ersetzbar. Zumindest alle Schlüssel, alle Scheckkarten und das Geld. Handy ist vielleicht etwas komplizierter. Die Google-Brille ist ja auch keine Lösung, weil man dann ständig die Brille suchen würde.
Als Kontra stehen natürlich viele Argumente: Die Verdichtung aller Zugangsdaten auf einen Speicher bietet mannigfaltige Gefahren des Missbrauchs. Die NSA und andere Schlappmützendienste würden sich allerdings freuen über die Konsolidierung. Der Marketingeffekt der bunten Einkaufskarten würde wegfallen. Schlüsseldienste müssten sich auf Schuhreparaturen reduzieren. Das Smartphone als Statussymbol würde u.U. auch wegfallen. Taschendiebe müßten sich neue Berufsfelder suchen. Der gemeine Raubüberfall auf der Straße müsste neu gestaltet werden.
Ein Verfahren, das ich schon vor 30 Jahren bei Kaiser´s an der Kasse erlebt habe, würde sich allerdings kaum ändern: Dort standen manchmal Punkies hinter einem an der Kasse, haben ihren Tagesbedarf auf´s Band gelegt, und mit den Worten „Zahl mit!“ den Kunden davor aufgefordert seinen Sozialbeitrag zu leisten. Da mußte an niemanden Hand angelegt werden.
Electric monk

Ein netter Kollege von IBM, den ich auf den holistic-thinking-blog verwiesen habe, empfahl mir als passende Lektüre ein etwas älteres Buch, „Dirk Gently´s Holistic Detective Agency“ von Douglas Adams. Dort gibt es einen electric monk den Douglas Adams selbst in obigem Zitat beschreibt. Soweit sind wir mit unserem holistischen Anspruch noch nicht, aber vielleicht auf dem Weg dahin.
Douglas Adams durfte ich vor vielen Jahren bei einer – ich glaube damals war es noch – Lotus-Veranstaltung in Boston lauschen, wo er als Keynote Speaker eingeladen war. Beeindruckend! Auf dem Rückflug nach Heathrow war er dann im gleichen Flieger, wenn auch in einer anderen Buchungsklasse. Ich hatte dann nochmal das Vergnügen mit ihm kurz zu „parlieren“ und ihm zu der gelungenen Keynote zu gratulieren. Leider ist der gute Mann inzwischen verstorben.
Windows 8 – Nein danke!
Auf die Gefahr hin, daß mich nun mal wieder der Bannstrahl meiner Microsoft-Freunde trifft. Der Rant muß sein.

Ich hatte gestern erstmals das Vergnügen Windows 8 auf einem nagelneuen Lenovo Ideapad zu installieren und es hat mich abgrundtief genervt.
- Ich will nicht dazu genötigt werden einen Microsoft Email Account anzulegen.
- Ich will auch keinen Microsoft Email Account haben müssen. (P.S. Ich habe einen, aber freiwillig)
- Ich will diese ganze Consumer-Kacke nicht, mit Shop und SkyDrive und Musik und und und …
- Ich will auch bei einem neuen Betriebssystem intuitiv finden, wo die gesamte Systemkonfiguration liegt und wie ich sie beeinflussen kann.
- Ich will kein UI, was eigentlich nur auf einem Tablett tauglich zu bedienen ist.
- Ich will euren häßlichen Internet Explorer nicht.
- Ich will zumindest alles entfernen können, was ich nicht haben will.
Die versuchte Vereinnahmung des Benutzers durch Windows 8 ist unerträglich. Das hat zuletzt Mao Zedong mit der chinesischen Kulturrevolution versucht, und das war keine Freude.
Ich will, daß IT transparent ist, kein Guerillamarketing für eine Marke darstellt, mir Entscheidungen über Nutzungen offen lässt,
Partielles Backup IBM Connections

Natürlich war da der obige Dialog, aber trotzdem passiert es, dass ein Blog komplett gelöscht wird oder Einträge in größerem Stil unabsichtlich gelöscht werden. Out-of-the-box gibt es für IBM Connections nur das globale Backup. Wenn ein User nun beim Helpdesk anruft und möchte seinen gestern gelöschten Blog restored haben, dann hat er in der Regel schlechte Karten. Zum Restore des gesamten Blog Features wird sich kaum ein Helpdesk oder der zuständige Service Delivery Manager überreden lassen, da hierbei alle Blog-Einträge aller User nach dem Backup-Datum verloren gehen würden. Beim Vorstandsblog eine Option, ansonsten nicht.
Kunden schaffen Gelegenheiten. Wir haben uns durch diese Aufgabe „Partielles Restore“ durchgekämpft und wissen wie´s geht. Sogar ohne die Ownership der Einträge zu verlieren.
Stochern in fremdem Code

Das Stochern in fremden Implementierungen ist gelegentlich mit großer Freude verbunden. Glücklicherweise haben wir uns ja auf Englisch als Standardsprache geeinigt.
Windows 8 unters Volk
So kann man auch dafür sorgen, dass Windows 8 mehr Zuspruch findet. Lenovo als Handlanger von Microsoft mit einem Aufpreis von schlappen 80€ für Windows 7.

Stressige Woche
Die vergangene Woche war enorm stressig. Zu Freitag, 11:00 Uhr, mußten in einem wichtigen Projekt Analysezahlen geliefert werden, die über unsere Tools holistic application management und holistic design scan ermittelt wurden und final in Excel Sheets fließen. Wenn dann noch ein Tag für einen Business Trip nach Heidenheim wegfällt und am Freitag wichtige Mitarbeiter nicht verfügbar sind, dann muß der Rest schon optimal funktionieren. Die personelle Logistik will ich hier mal außen vor lassen, aber den Technikstress will ich doch kurz mal aufzählen.
- Ich hatte in dieser Woche insgesamt 9 Blue Screens. Selbstverständlich in den ungünstigsten Momenten. In aller Regel im Rahmen gleichzeitiger Resourcen-intensiver Nutzung von Notes, Excel, Word, Skype und WebEx inkl. diverser VPNs. (Lenovo T420, Windows 7, Notes 9, Office 2013)
Zeitverlust in Summe: 2-3 Stunden 👿 - Ich habe mir am Dienstag-Abend irgendwie mein persönliches Notes-Adressbuch zerschossen. Das ist ein worst case für Notes Nutzer, weil alle Locations und alle Connections weg waren. 2-stündiger erfolgloser Reparaturversuch mit windigen Fehlermeldungen des Notes Clients. Dann Rückgriff auf ein leider etwas angestaubtes Backup.
Zeitverlust: 2 Stunden 👿 - Im Rahmen des Wiederbelebungsversuches meines Notes Client hat der Admin meines Vertrauens meinen Notes Client mal schnell neu installiert. Ärgerliches Ergebnis am Freitag: Ich habe mal wieder eine große und wichtige Notes Datenbank versehentlich verschlüsselt für einen Kunden hochgeladen, weil die Strategen von IBM meinen, daß seit Notes 8 das Default-Setting beim Erzeugen von lokalen Datenbanken lokale Verschlüsselung ist. Nervig und sinnlos. Ein Meldung: Diese Datei ist lokal verschlüsselt anstatt dubioser Fehlermeldungen wäre hilfreich, liebe IBM.
Zeitverlust: 1 Stunde und ein peinliches Telefonat mit dem Eingeständnis an den Kunden, daß ich Mist gemacht habe. 👿 - Excel meldet immer wieder einen Fehler, der aber nur in einem Hintergrundfenster gezeigt wird und leider nicht erklärbar ist.

Die Lösung besteht darin, daß man bei jedem Lauf eines Import-Makros wieder ohne Sinn und Verstand einen neuen Namen eingibt. Gedruckt wurde das Sheet übrigens nie.
Zeitverlust durch vergebliche Fehlersuche: 2 Stunden 👿 - Der Notes 9 Standard Client ist beim Arbeiten unter Stressbedingungen – vorsichtig ausgedrückt – keine Freude. Dieses ständige Gewerkel im Hintergrund für vollkommen intransparente Prozesse nervt abgrundtief. Für effiziente Analystätigkeiten und Massenprozesse brauche ich etwas, was nicht die halbe Zeit mit sich selbst beschäftigt ist. Da beneide ich die Kollegen mit den schlanken DOS-Box-Tools.
👿 👿 :evil:Wenn ich diesen Balken in der Statuszeile sehe, bekomme ich Pickel.
Zeitersparniss durch nicht supportete Nutzung des Notes 9 Basic Clients:
5 Stunden, dafür aber selten in Sametime verfügbar
Zu guter letzt ist dann am Freitag noch unser LAN im Büro zusammengebrochen. Erste Diagnose: Switch teilweise kaputt. Zweite Diagnose: Nach einem Boot ist alles wieder gut. Dies geschah aber glücklicherweise nach Auslieferung der Analysedaten an den Kunden.