Das Ende der IBM Collaboration Software

Erinnerung aus 2016

Als die IBM die Entwicklung von Notes vor über einen Jahr zur indischen Firma HCL verschoben hat, wollte ich bereits einen Blogeintrag, geschmückt mit einem Bild von abgefrackten Schiffen in den Gewässern vor Mumbai, zu diesem Thema schreiben. Mit Blick auf viele über die Jahre liebgewonnene IBM-Freunde hab ich mir damals den Blogeintrag verkniffen.

Nun, ein gutes Jahr später, ist es aber doch Zeit auf dieses Kapitel einen Deckel zu machen.

Die subjektive Historie
Notes war der gelbe Faden durch fast mein gesamtes Berufsleben. Als Groupware-Erläuterer begann ich mein Berufsleben. Die Kurve der Erfolge im Notes Business ging kontinuierlich nach oben. Durch den Aufkauf von Lotus bzw. Iris durch die IBM traten wir in den Club der IBM Business Partner ein. In den Jahren 2000 und 2001 vor den Lotuspheres mit mehr als 10.000 Teilnehmern musste man befürchten, dass man Orlando verpasst, wenn man nicht in den ersten Stunden der Registration seine Anmeldung unter Dach und Fach gebracht hat. Notes war top. Microsoft war weit entfernt. Es war mehr als nur ein schnödes „Ich-programmiere-irgendetwas“, „Ich-liefere-Services-für-irgendetwas“,, „Ich-verkaufe-irgendetwas“. Es war Kult.

Lange haben wir – und damit meine ich die gesamte Notes Community – die Fahne mit Stolz hochgehalten. Irgendwann begann aber ein leichtes Murren in der Fanszene, weil IBM technologisch nicht mehr genug investierte. Es gabe erste Migrationsprojekte. In teils hitzigen Diskussionen auf IBM Veranstaltungen wurde ich der Nestbeschmutzung beschimpft, da wir in erste Migrationsprojekten „Notes/Domino -> Outlook/Exchange“ involviert waren. Loyalität war großgeschrieben, auch wenn einige Lotis schon vor Jahren plötzlich auf der Microsoft Payroll auftauchten.

Die Marktanteile von Notes nahmen kontinuierlich ab, auch wenn das Marketing immer noch Zahlen mit Double-Digit-Growth präsentierte. Das können die immer. Es ist nur eine Frage des kreativen Umgangs mit Zahlen. Es fehlte die Glaubwürdigkeit. IBM zeigte wenig technologischen Willen dem entgegen zu steuern. Stagnation war angesagt. Die Loyalität stark strapaziert.

Mit IBM Connections wurde parallel dazu ein neues Thema aufgerufen. Viele Notes Business Partner stürzten sich darauf. Social Collaboration made by IBM. Auch wir engagierten uns brav, aber auch interessiert. Herausforderung waren und sind, das etwas verquarzte Backend, das sich völlig anders gebärdet als die pflegeleichte Domino-Infrastruktur, und Social Collaboration ist eben nicht nur IT, sondern muss ganz andere Strukturen in Unternehmen in Bewegung bringen. Da kann der pure IT-ler schon mal an seine Grenzen kommen.

… und nun: alles verkauft. Nach Indien.

Die Perspektiven
Ich finde es schon bewunderswert, wie manche Kollegen nun in das Horn der explosiven Innovation durch HCL stoßen. Ich betrachte das mit neutraler Skepsis. Unsere laufenden Migrationsprojekte hat Domino 10 nicht ins Wanken gebracht. Der Zug fährt zügig weiter in Richtung Outlook/Exchange bzw. Office365. Dass eine fette Notes Applikationslandschaft dabei als bulky luggage stehen bleibt, ist Fakt.

Der Verweis auf die tollen IBM-Entwickler, die ja alle zu HCL rübergehen, dort nun die Budgets bekommen, die IBM nicht mehr bereit war zu investieren, auch da bin ich skeptisch. Maureen Leland postete: „Third time bought and sold is the charm ;-)“. Ich habe keine Ahnung von den HCL-Strukturen im Detail, und sicherlich werden nicht 1000 IBM-Entwickler von Maine nach Indien umgesiedelt. Gerüchteweise habe ich auch gehört, dass Gehälter in Indien unter den amerikansichen Gehältern liegen. By-the-way – hat sich Donald Trump schon zu dem Deal geäußert? Ich bin durchaus froh, nicht in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem tausende Mitarbeiter per Deal den Besitzer wechseln.

Was HCL nun wirklich mit den Produkten macht, bleibt abzuwarten. Wenn´s was Tolles wird, guck ich mir das an. Aber sicher nicht auf der frühreren Basis einer Zugehörigkeit zu einer Fanszene. Unsere Kooperation mit indischen Unternehmen war in der Vergangenheit auch begrenzt positiv. Andere Kultur, schwierig den Verbindlichkeitsgrad von Vereinbarungen richtig einzuschätzen. Interessanterweise sind wir schon über Ecken mit HCL in Kontakt: Es geht um eine Migration Notes –> O365.

Verstehen tue ich ehrlich gesagt nicht das Domino 10/Domino Forever Brimborium, dass die IBM unter enthusiastischen Kommentaren kürzlich noch in Frankfurt gefeiert hat. War da noch ein letzter Betrag in der Kasse, den niemand anders zu verbrauchen wußte?

Ob es für IBM der richtige Schritt war? Keine Ahnung. Ich bin kein globaler Wirtschaftsstratege. Ich maße mir nicht an, Ginni Romettis Schachzüge zu kommentieren. Welches Geld da in welcher Richtung den Besitzer wechselt, keine Ahnung. Sind die Produkte 1,8 Milliarden wert? Auch keine Ahnung. Ich weiß auch nicht, ob Red Hat 34 Miliarden wert ist.

Es bleibt abzuwarten, ob HCL den deutschen Markt mit den wenigen verbliebenen großen Notes-Installation und den großen Connections-Installationen halten oder gar ausbauen kann. Schließlich basierten diese Geschäfte auch auf einer über Dekaden gepflegten Partnerschaft zu IBM. Ob dem HCL-Vertrieb die Türen offen stehen oder ob die Ex-IBMer mit neuem Hut um die Ecke kommen? Wer weiß!

Erfolgreiches Derby für die Jungen Wilden

Natasha Ahrens – Eleganz und Dynamik © Zerfi

In bester Spiellaune  – Das Derby gegen Eintracht Hildesheim brachte die erwartet volle Halle und den erhofften Sieg. Alles andere als ein klarer Sieg wäre auch doof gewesen. Der Start lief ideal. Mia Lakenmacher und Jana Pollmer trugen sich bis zum 6:1 eifrig in die Scorer-Liste ein. Die Abwehr stand sicher.

Danach war der Faden für kurze Zeit gerissen und es stand plötzlich nur noch 7:6. Speziell Marlen Willms und Esther Pollex, die in der vergangenen Saison noch auf der Badenstedter Seite standen, gingen sehr engagiert zur Sache. Bevor Kummer auf der Hallenseite mit der Badenstedter Fan-Schar aufkam, schafften sich die Jungen Wilden bis zur Pause mit 15:9 wieder Luft. Leonie Neuendorf war daran mit 3 schnörkellosen Toren beteiligt.

In der zweiten Halbzeit kam dann – und das ist der einzige Nachteil eines solchen Spiels – nicht mehr so richtig viel Spannung auf. Peter Kretzschmar, der sportliche Leiter, beklagte auch die etwas dürftige Geräuschkulisse. Da muss was getan werden. Aber es kann ja auch mal ganz schön sein, ein Spiel ohne langes Zittern zu Ende zu bringen. Der starke Kader der Jungen Wilden, in dem fast alle Positionen gleichwertig doppelt besetzt sind, erlaubt den Spielerinnen, die in der ersten Halbzeit für Dampf gesorgt haben, auch mal eine Pause. Mit einem spektakulären Kempa-Trick beendete Anabel Heitefuss auf Zuspiel von Jana Pollmer den „wilden“ Torreigen. Ergebnis: 32:22

Spannend wird, ob sich die Spiellaune und vor allem der Erfolg gegen andere Spitzenteams fortsetzt. Die unglückliche Niederlage in Franfurt an der Oder ist zumindest erst mal vergessen.

 

TV Hannover Badenstedt – holistic-net Sponsoring

Unsere Sponsoring-Aktivitäten in der Vergangenheit sind weitestgehend spontan und unsortiert. In eine professionelle Marketing-Kampagne mit Reichweitenmessung, Wirkungsgrad bzgl. Umsatzsteigerung und ähnlichem Firlefanz soll auch unser jüngstes Engagement nicht münden. Da wir dieses Sponsoring aber mit Spaß und Überzeugung tun, wollen wir mal explizit darauf hinweisen und gleichzeitig für den Besuch der Spiele der Damen-Handballmannschaft des TV Hannover Badenstedt, den Jungen Wilden, werben. Auch wenn deren Website zurzeit eher nach Wasserball aussieht (hat sich inzwischen natürlich geändert), sie spielen Handball mit Herz.

Unter anderem aus finanziellen Gründen sind sie in der letzten Saison aus der 2.Bundesliga in die 3.Liga Nord abgestiegen. Nun steht der Wiederaufstieg an, zu dem wir als Sponsor einen Beitrag leisten wollen.

Unser Sponsoring-Motto: Regional, sinnvoll, engagiert, mit persönlichem Bezug.

Unser Spende an Martin Kind in Form von 3-4 Dauerkarten ziehen wir hiermit zurück. Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht in diesen überbewerteten, von geld- und machtgierigen Autokraten beherrschten Fußball, auch noch Geld zu investieren. Zur Entwöhnung reichte schon die WM in Putin-Land, und ob 96 nun designierter Absteiger ist oder sich doch wieder ans rettende Ufer schaukelt, interessiert uns nur noch marginal.

Wir freuen uns auf eine spannende Saison der Jungen Wilden und dass wir am Ende gemeinsam feiern können. Auf geht’s.

VW Ingenieurskunst

Bildquelle:WAZ

Man weiß ja, dass Ingenieure in der Automobilindustrie hoch fliegen, speziell VW steht da im Licht. Ich bin allerdings der Meinung, dass alle Hersteller in einem Boot sitzen. Da hat keiner signifikant mehr oder weniger Dreck am Stecken.

Es ist auch hinlänglich bekannt, dass es beim Kraftstoffverbrauch eine gewisse Schere zwischen Theorie und Praxis gibt. Auch da gehen alle den gleichen Weg des Konsumentenbetruges.

Mit meinem Multivan T6 erlebte ich auf der Urlaubsfahrt allerdings ein mir bislang unbekanntes Phänomen:

Nicht Treibstoffverbrauch, sondern Treibstoffproduktion durch Autofahren.

Die Details:

  • Auch Diesel ist in Frankreich nicht ganz geschenkt, erst recht nicht auf der Autobahn. Deshalb tankte ich bei Super U vor der Auffahrt auf die Autobahn. Tankvorgang erwartungskonform, Kreditkarte funktioniert. 2-3 Minuten lang rauscht der Kraftstoff in den Tank, Pistole schaltet ab. Das Nachgeplempere spare ich mir, geht sowieso zur Hälfte auf die Füße. Den exakten Blick auf die Anzeige auch. Die Rechnung zahl ich eh privat, also auch kein Rechnungsausdruck.
  • Nach wenigen Minuten Fahrt fällt mir auf, daß die Tankanzeige immer noch kurz über Reserve steht. Auch ein Neustart des Wagens an der Péage ändert daran nichts.
  • Gattinen sind ja gelegentlich skeptisch, was die intellektuellen Leistungen ihrer Männer betrifft. „Kam da überhaupt was raus? Hast du die Pistole in den AdBlue-Tank gesteckt oder hast du einfach nur in die Landschaft getankt? Wieviel ging denn rein? Hast du eine Rechnung?“ Viele Fragen, keine glaubwürdigen Antworten.
  • Ein Online-Check der Beifahrerin auf dem Volksbank-Konto zeigt zumindest noch keine Abbuchung. So schnell mahlt die EZB nun auch nicht. Wenn alles schief gegangen ist, dann muss ich halt bald wieder tanken.
  • Nun aber beginnt das Wunder von VW. Die Tanknadel bewegt sich im gleichen Tempo, in dem sie sonst von Voll nach Leer geht, in umgekehrter Richtung. Alle 10 gefahrene Kilometer erhöht sich laut Anzeige auch die Reichweite um 10 km. Nach 200km Fahrt haben wir ca. 20 Liter Diesel produziert. Nach 300km ist der Tank dreiviertel voll.
  • Das Positive: Der Verdacht, dass ich 60 Liter Sprit in die Landschaft gegossen habe, scheint beseitigt.
    Die Angst: Was passiert wenn der Tank durch dieses Wunder der VW Ingenieurskunst überläuft?
  • Nach ca. 350km Fahrt wendet sich das Wunder in Normalität. Die Tanknadel geht wieder in gewohnter Richtung. Die Reichweite reduziert sich wieder. Die Überlaufgefahr scheint gebannt. Entspannung am Lenkrad und auf dem Beifahrersitz macht sich breit.

Nachbetrachtung: Das mystische Verhalten deutet darauf hin, dass die Tankanzeige nicht analog ist. Irgendein tolldreister Programmierer bei VW oder einem der Zulieferer hat einen Vorzeichenfehler oder etwas ähnliches implementiert.

Fazit: Trau keinem digitalen Instrument im Auto. Es ist alles Fake und folgt den nebulösen Darstellungsinteressen der Autoindustrie.

 

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Ihr nervt!

Wenn es nicht so nervig wäre, dann könnte man ja drüber lachen. Aber irgendein Opa im Altersheim wird auch auf dieses Phishing-Mail wieder reinfallen.

pdastore.ru – eine nette URL aus dem Land unseres Vertrauens. Und dann noch: „… Apfel erfordert den Zugriff

Aber wenn man jetzt fordern würde, dass sowas technisch unterbunden werden muss, dann wird man wieder der Naivität bezichtigt. Warum unser Virenschutzprovider das nicht rausfischt, wissen die Götter.

holistic thinking – Idee und Grenzen

scribble_37-orangeAchtung: Es wird ein bisschen philosophisch! Mit dem Firmennamen holistic-net hatten wir uns vor 14 Jahren eine Messlatte gelegt, an der wir uns messen lassen wollen und auch selbst messen wollen. Ganzheitlich!

Im Geschäftsalltag reduziert sich das schnell auf zweimal im Jahr erklären, was denn holistisch eigentlich heißt. Man redet ein bisschen mehr über Themen rund um die Kern-IT anstatt tumb vor sich hinzuimplementieren. Ökonomische und ökologische Rahmenbedingungen, soziologische und ergonomische Betrachtungen, Nachhaltigkeit und Buzzwords wie digitale Transformation, Cognitive Computing, Cloud und Mobile. Klingt nach viel, ist aber dennoch viel zu wenig.

Drehen tut sich die Welt derzeit woanders. Sie dreht sich um das Problem, dass die klassische Demokratie nicht mehr funktioniert. Unsere IT-Blase hat damit faktisch nichts zu tun. IT ist ohnehin weitestgehend apolitisch. Immerhin sind alle meine Kontakte in den Social Networks wie selbstverständlich gegen Trump, Putin, Erdogan, Orban und manche sogar gegen Seehofer. Zumindest traut sich keiner auf die „falsche“ Seite. Aber das Lamentieren und Liken von Trump- oder Erdogan-Cartoons in Facebook, das Unterschreiben von Böhmermann-Petitionen, was ist damit erreicht? Wenig bis nichts.

Offenbar ist die Menschheit von der Globalisierung überfordert. Der Nationalismus in hässlichster Form kommt zurück. Man verliert die Lust über digitale Transformation zu reden. Die hilft weder gegen AfD-Wähler in Mecklenburg-Vorpommern, noch gegen die Trump-Wählerschar, noch gegen Pro-Brexit-Fans, noch verhindert sie Flüchtlingsströme. Tesla löst diese Probleme nicht und Watson auch nicht. Ein jüngster Beweis von Fehleinschätzungen mit gewaltiger IT-Unterstützung waren die Wahlprognosen in den USA.

Zurück zum holistic thinking. Auch wenn es unangenehm für die Intelligenzia ist, sie muß raus aus ihren Blasen. Es ist offenbar mehr gefordert als tolle Technologie-Perspektiven, Business Cases mit per Excel-Sheet verbriefter Erfolgsgarantie, Win-Win-Szenarien (welch lächerliche Begriffsbildung). Es gibt offenbar Menschen, die trotz aller Hypes unserer hype-gesteuerten Gesellschaft, das Gefühl haben in den letzten Jahren auf die Loser-Seite gerutscht zu sein. „Brot und Spiele“ funktioniert da nicht mehr, zumal das mit dem Brot in manchen Landstrichen ganz übel aussieht.

Ich will hier keinen Fatalismus verbreiten, schon gar nicht in einem IT-Blog, aber die Frage, wo ist welches Engagement z.Zt. eigentlich am Wichtigsten, finde ich schwierig zu beantworten. Konzentieren auf das IT-Business, hoffen dass Trump doch Handschellen bekommt, dass Marine Le Pen nicht die nächste nationalistische Erfolgsgeschichte schreibt, dass Seehofer nur in Bayern zündelt. ???

P.S. Manche Freunde werden sagen: „Jörg, lass doch die Finger von diesen schweren Themen.“ Aber man muss ja nicht immer nur Produktwerbung machen. Die kommt dann vielleicht im nächsten Posting wieder.

Selbstfahrendes Auto

selbstfahrerViele meiner Social Community Kollegen bieten im Moment Beiträge zum selbstfahrenden Auto. Der Tenor: Wer nicht dran glaubt, dass die kommen, ist hinterwäldlerisch. Die agilen, smarten unter uns, die auch die digitale Transformation schon verstanden haben, wissen natürlich, dass diese Autos kommen. Mein Freund Markus Besch hat heute gepostet, dass unsere Bundes-Angie sogar sagt, wer in einigen Jahren noch selbst fahren will, muss teure Spezialversicherungen bezahlen. Quasi als Strafe für´s Schuss nicht gehört. Netter Gag im Vortrag.

Also ich persönlich glaube, dass die kommen. Ufff, raus aus dem Hinterwald. Mir ist es aber auch egal. Ich baue sie nicht, ich verhindere sie nicht. Ich bin überzeugt, dass sie nicht als wildgewordene Furien durch die Fußgängerzonen pflügen werden. Auch der Gesetzgeber wird seinen Frieden mit ihnen machen. Wenn sie mir einen Vorteil bieten, werde ich sie nutzen. Soll kommen. Sie werden allerdings weder den IS befrieden, noch den Hunger in Afrika eindämmen. Sie werden nicht mal den Stau auf der A7 beseitigen. Und ich freue mich jetzt schon auf jede Story über einen erfolgreichen Hacker. Selbstverständlich nur, wenn niemand zu Schaden kommt.

Aber was soll die Polarisierung in diesem Thema. Gläubige und Ungläubige. Es ist doch nur der konsequente Einsatz von Technologie, die die Menschheit inzwischen mehr oder weniger beherrscht. Und nicht unbedingt der Sensationellste. Wir scheren uns doch auch nicht darum, ob in einem Zug noch ein Lokführer sitzt.

Dass Versicherungen dem gängigen Trend in unserer Gesellschaft folgen und jegliches Solidarprinzip aufkündigen, ist schon länger so. Nachts fahren kostet Aufschlag, rückwärts fahren kostet Aufschlag, Fahrer muss zwischen 25 und 55 sein sonst Aufschlag.

Blöder fände ich, wenn man mir das selbstfahrende Fahrrad aufschwatzen wollte. Da seh ich nun gar keinen Reiz drin. Aber das kommt sicher auch noch. Mit dem Segway ist die Technologie ja schon da.

Collaboration 2016

CollaborationDem Management im Allgemeinen wird von IT Analysten, Consultants und anderen schlauen Menschen in der Szene z.Zt. einiges um die Ohren gehauen. Manager blockieren den unvermeidbaren Weg in die Cloud, haben die Notwendigkeit zur digitalen Transformation nicht verstanden, setzen auf steinzeitliche Collaboration Tools oder boykottieren gar hierarchie-übergreifende Zusammenarbeit aus niedrigen Beweggründen. Sie sind Innovationsbremsen.

Gedroht wird mit dem Verschwinden vieler Arbeitsplätze, auch Arbeitsplätze im Management, weil die Tätigkeiten dieser Menschen durch cognitive Systeme ersetzt werden können. Im Reinkultur ist dieser Prozess disruptive, d.h. das ganze Geschäftsfeld wird weggefegt.

Der anklagenden Personengruppe mag zum Zwecke des Aufrüttelns manche Formulierung genehmigt sein. Aber das flächendeckende Management Bashing bzw. die These, dass jeder, der noch einen Fußabtreter im Organigramm unter sich hat, transparente Collaboration verweigert, ist aus meiner Sicht falsch.

Ich plädiere für eine Diskussion, die weniger mit schlaumeierischen Drohgebärden arbeitet. Unterm Strich kann doch kein Manager am Untergang seines Betriebes interessiert sein. Im Gegenteil, jede Innovation, die ihm wiederum mehr Gehalt oder mehr Dividende auf das Konto spült, sollte doch begrüßt werden.

Fokusiert auf den Bereich Collaboration Tools ist doch in der technischen Umsetzung noch viel Luft nach oben. Diese Tools werden oft in einem Idealzustand – alle in einer homogenen Infrastruktur, in einer homogenen Blase, mit barrierefreien Zugriffsrechten – demonstriert. Der Alltag ist leider sehr viel heterogener und wird das auch bleiben. Allein die „single source of truth„- Vision ist doch genauso ein Wolkenkuckucksheim wie single-sign-on, funktionierende PKIs oder perfekte Security. Man fordert den Mitarbeiter auf, nur Links zu verteilen und alles in Communities zu sharen, und dann kann die Hälfte der Adressaten auf die Quelle nicht zugreifen, sie sind versehentlich nicht Member der Community, der mobile Zugriff funktioniert nicht oder krude UIs trüben das Bild.

Mir ist bislang noch kein System begegnet, dass ich auch nur ansatzweise als perfekt bezeichnen würde, und das ich einem Manager mit der Behauptung: „Dann sind zumindest alle technischen Probleme beseitigt!“ empfehlen würde.

Nun die argumentative Kehrtwendung: Dies berechtigt keinen Manager dazu im Stillstand zu Verharren, seine besitzstandswahrenden Prozesse weiter zu zementieren und Innovation auszubremsen. Die, die meinen zu wissen wie alles besser geht, die Tool-Anbieter und die Manager müssen mit gegenseitiger Kritikfähigkeit an einem Strang ziehen. Tun sie auch in der Praxis, klingt nur manchmal anders.

Zum Abschluß: Witzig finde ich, dass gerade große amerikanische Unternehmen, die ja bekanntlich die Perfektionisten im Stahlbeton-Organigramm sind, und in denen der unterste Controller mehr zu sagen hat als der genialste Entwickler, sich als Treiber modernster Collaboration positionieren.

Aus dem holistic-net Labor

Div67 002Freitags hat unser Chefentwickler Andreas Grün immer super Ideen. Manchmal auch an anderen Wochentagen. Manchmal auch dann, wenn DHL mal wieder ein Päckchen mit irgendeinem Kram aus China bringt. Gelegentlich muss man das auch beim Zoll abholen.

Ich weiß, die digitale Transformation ist angesagt. Und die geht sicher nicht in die Richtung, dass Mails wieder auf Kassenzettel gedruckt werden. Aber dieser nostalgische Spaß hat mich dennoch beeindruckt. Sobald der Kollege ein Email erhält, läuft auf seinem z.Zt. persönlichen Ticker eine Notification mit dem Absender und Subject raus. Wahnsinn! Programmiert über Exchange Web Services in einer Stunde.

Im Moment liegt noch eine chinesische Mini-Drohne auf seinem Schreibtisch. Vielleicht kann die ja den Bon abreisen und ihm hinterhertragen, wenn er gerade mal nicht am Schreibtisch sitzt.

Mein CeBIT-Tag 2016

CeBIT 010Es war ein schöner Messetag. Meine Strategie – nur 1 Tag – hat sich bewährt. Begrenzte Visitor Experience, nur Halle 2,3,4.

Ich hatte die Ehre, Teil der Referentengroßfamilie in der Enterprise Digital Arena zu sein. Danke für die Einladung. #cebiteda

Kompetente, nette Leute, hochinteressante Unterhaltungen, gemeinsame Erkenntnis: Es gibt viel zu tun, um die digitale Transformation mit und ohne #watson vorwärts zu treiben.

Als Rahmenprogramm ein bisschen IBM und ein bisschen Microsoft. Es geht ja weniger um sensationelle technologische Neuigkeiten, sondern um die Kommunikation mit Gott und der Welt.

Die akustische Kakophonie auf der CeBIT zerrt stark an den Nerven, aber einen Tag kann man das mal wegstecken. Dass man beim Panel ständig gegen den Bassboxentest eines ungehemmten Ausstellers 5 Stände weiter anschreit, gehört offenbar zum Business dazu. Vielleicht sollte man mal über eine vernünftige Dezibel-Obergrenze nachdenken.

Schmunzeln muss ich über die vielen indischen Stände in Halle 2. Die Kollegen sitzen geduldig an ihren Tischchen und harren der Dinge. Irgendeinen Sinn  wird auch dies machen, er muss sich ja nicht jedem erschließen. Manches Standpersonal sieht mittwochs schon etwas ausgelaugt aus. Es sind ja nicht nur die Tage, die anstrengend sind. Manche sind voll im Messefieber und sinnieren kontinuierlich über die optimale Partylogistik für den Abend, andere freuen sich auf den Schichtwechsel zur Wochenmitte. Jeder wie er kann.

Für mich war allein das Treffen mit den vielen Kollegen in der „didschidel“ Transformation Szene den CeBIT-Besuch wert.