Wenn man diese Definition von social business aus Wikipedia vertritt, könnte man an den Business-Stammtischen erstaunte Blicke ernten. IBM, Microsoft und die anderen Großen der IT-Branche haben zumindest ein leicht abgewandeltes Verständnis davon.
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OECD Statistik zu Big Data
Der Himmel ist grenzenlos – Microsofts Skype Spionage und Facebooks Spamzentrifuge
Ich weiß, es ist keine Neuigkeit mehr und auf allen Plattformen haben viele Menschen schon ihre Meinung dazu gesagt. Ich tue es jetzt auch noch ganz schnell.
Mein Weltbild: Microsoft, Facebook, Google und viele andere handelt nach dem Motto „Der Himmel ist grenzenlos“. Alles, was irgendwie technisch geht, wird auch gemacht, wenn irgendein Controller den Business Case gerechnet hat. Da gibt es 0,0 Hemmungen. Je lauter über Compliance, Ethik und ähnliches gesprochen wird, desto unverfrorener wird der Consumer im Hintergrund ausspioniert. Persönlichkeitsrechte sind was für Naivlinge. Und wir haben alles x-mal unterschrieben.
Man kann sich nur schützen, indem man weitestgehend die Finger von all diesen Plattformen lässt. Ansonsten ist man mitten drin und kann sich alles Jammern sparen.
Ein Facebook-Freund schrieb gestern über die neuesten Entwicklungen im News Feed: „IHR DENKT WOHL WEIL ICH DEN MIST IN DER SEITENLEISTEN NICHT ANKLICKE MÜSST IHR MIR DAS JETZT INS GESICHT SCHMEISSEN!?!?!“
Ja, so isses. Sie müssen. Und wir werden es trotzdem mitmachen. Und manche finden es auch gut so.
Aus gegebenem Anlass
Surfen im Ausland
Im Urlaub habe ich mich wieder intensiv mit dem Thema Travel & Surf beschäftigen dürfen. Für Nicht-Telekom-User: Das ist das kostendämpfende Roamingangebot der Telekom für Europa. Wenn das Feature grundsätzlich freigeschaltet ist, bekommt man nach dem Grenzübertritt ein SMS mit den unterschiedlichen Angeboten. Funktiert leider nicht immer. Alternativ SMS an die 7277 oder kostenlos über http:\\pass.telekom.de. Wenn man mehr als 3-4 Tage im Ausland ist, nimmt man das Wochenangebot für 14,95 € mit Flatrate, aber Drosselung nach 100MB Datentransfer. Wenn man ein Notebook und ein SmartPhone mit sich führt, nimmt man es zweimal. Wenn die Familie auch surfen will oder noch iPads und ähnliches dazukommen, nimmt man es x-mal. Das geht dann schon etwas ins Geld. Alternativ denkt man über die clevere Nutzung des persönlichen Hotspots nach.
Was kann man mit 100MB anfangen? Wenn man mit dem Notebook seinem Tagesgeschäft inkl. x-mal Mailbox auf und zu nachgehen will, sind die nach einem Tag oder schneller weg. Wenn man nur surft, hängt es natürlich von dem Datenvolumen ab, das die Websites verursachen. Eine kleine Tabelle für Nachrichten-Junkies, recherchiert nach der Rückkehr im Büro unter Nutzung des Tools „HTTP Watch Basic“ (danke Lukas für den Tool-Tipp), zeigt was ein einzelner Klick verbrät.
| Download initial |
Upload initial |
Download gecached |
Upload gechached |
|
| SZ | 1,7MB | 74 KB | 49 KB | 25 KB |
| HAZ | 1,3MB | 94 KB | 64 KB | 8 KB |
| FAZ | 1,4MB | 68 KB | 43 KB | 4 KB |
| Freitag | 1,1 MB | 43 KB | 20 KB | 5 KB |
| Spiegel | 1,0 MB | 59 KB | 10 KB | 7 KB |
| Focus | 1,8 MB | 102 KB | 61 KB | 40 KB |
| Kicker | 3,2 MB | 155 KB | 180 KB | 15 KB |
| 11-Freunde | 1,1 MB | 68 KB | 39 KB | 11 KB |
| holistic Ligatipp | 0,2 MB | 8 KB | 38 KB | 7 KB |
Auf Deutsch: 30 mal Browser auf, Kicker gucken, welcher Trainer entlassen wurde, und die Drosselung schlägt zu.
Zu einer vergleichbaren Recherche für das Smartphone habe ich gerade keine Zeit, wäre aber auch interessant.
Nebenbei gesagt: Von Fernseh-Livestream über Zattoo (unter Nutzung eines Jump Servers in Deutschland) ist abzuraten. Nach ca. 15 Minuten sind die 100MB weg.
Nix gegen Nordrhein-Westfalen, aber ….

Was ich früher nur in Ausnahmefällen bei Dauercampern beobachtet habe, scheint nun um sich zu greifen: Satelittenschüsseln auf dem Campingplatz. Wir sind auf unserem ehemals idyllischen Platz hoch über der Plage Pampelonne von Menschen umgeben, deren primäres Problem in der korrekten Ausrichtung der Satelittenschüssel besteht. Dialogfetzen: „Doris dreh mal ein bisschen nach links! Nicht so viel, sachte!“, “ Jetzt iss er bei 81%. Rot. Jetzt iss blau. 93%.“, „Opa, welche Sender gehen denn?“, „RTL geht“, „Na denn isses ja gut.“, „Sie müssen den Receiver näher an die Schüssel stellen, so wie bei mir.“ Alle Abstimmungstätigkeiten erfolgen in deutlicher Lautstärke, wie das bei Menschen aus dicht besiedelten Gebieten so üblich ist. Beteiligte Autokennzeichen: RE, COE, allerdings auch GF. Zeitweise steht eine Schüssel sogar mitten auf der Strasse, weil dort der Empfang optimal ist.
Eigentlich könnten die auch zu hause bleiben. Dort funktioniert die Glotze sich perfekt.
Ehrliche Datenvernichtung
Wir haben gerade mal bewußt und unwiderrufliche 5 Millionen WebLog-Dokumente unseres Ligatipps gelöscht. Wir können jetzt leider nicht mehr prüfen, ob Mauerblümchen wirklich, wie beschworen, seinen Tipp am 24. Spieltag in der Saison 2011/2012 abgespeichert hatte, oder, wie das bei Webanwendungen leider manchmal passiert, den entscheidenden Button nie gedrückt hat. Aber die Sache ist ohnehin verjährt.
Neues Meldegesetz
Ich habe unseren Politikern, getrieben durch eine Heerschar von Lobbyisten, ja schon immer viel zugetraut. Die Idee, Adressdaten der Bürger zu verkaufen, sprengt aber mein Demokratieverständnis. Ich finde, das ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Wie kann man überhaupt solch einen perversen Gedanken fassen? War das wieder eine Idee der FDP um auch dem letzten Bürger noch ausreichend Werbung zukommen zu lassen und dem Konsum so den finalen Impuls zu geben? Sind wir Bürger denn nur noch Objekte der freien Marktwirtschaft?
Die Nachbesserung, nach der der Bürger nun dem Verkauf seiner Daten zustimmen soll, wird garantiert unterlaufen. Was heißt denn eigentlich: Wir machen Stichproben, ob die Daten korrekt verwendet werden, und lassen sie im Mißbrauchsfall löschen. Wie naiv muss man denn sein, um heutzutage noch an Löschen von Daten zu glauben? Datenvernichtung betreibt doch hierzulande nur der Verfassungsschutz.
Wer braucht Amazon?
Ich bin der Meinung, dass die Menschheit Amazon nicht wirklich braucht, zumindest nicht um den Preis, der in der ARD Dokumentation von 13.02. dargestellt wurde. Ich persönlich nutze kein Amazon. Es gibt sicher einen Bedarf Arzneimittel oder andere existentielle Güter mit optimaler Logistik durch die Welt zu verteilen, aber den Anspruch, jegliches Konsumgut in 24 Stunden auf dem Küchentisch liegen zu haben, würde ich als Dekadenz bezeichnen. Ich empfehle drei Schritte zum Einzelhändler oder einen Tag früher überlegen, was man der Mutter zum Geburtstag schenken will. Dann reicht auch zur Not ein kleinerer Online-Shop, der das in 48 anstatt in 24 Stunden leisten kann, dafür aber keine Wanderarbeiter von Rechtsradikalen überwachen lassen muß.
Neue Lesegewohnheit
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ich erinnere mich, vor Jahren, als Kollegen Firefox als Browser der Wahl postuliert haben, wie schwer ich mich tat vom vertrauten Internet Explorer Abstand zu nehmen. Inzwischen nehme ich den Internet Explorer nur noch mit großem Widerwillen, wenn es auch irgendwelchen Gründen gar nicht anders geht.
Mein Sohn und andere Menschen in meinem Umfeld haben mir gesagt, dass Spiegel-Online out sei. Das Gefühl beschlich mich auch schon länger, aber Gewohnheit ist Gewohnheit. Meine über Jahre vertraute Start-Seite im Browser sollte ich gegen freitag.de austauschen? OK! Ich habe es versucht. Nach 4 Wochen kann ich sagen, es gibt noch verstohlene Rückfälle zu spiegel.de, aber sie werden immer seltener. Es geht wirklich ohne. Auch das Abo für das Printmedium Spiegel ist gekündigt und durch den Freitag ersetzt. Vor 15 Jahren war der Stern irgendwann unten durch, nun ist der Spiegel unter durch. Zu viel Boulevard, zu populistisch, zu reißerisch. Und wenn man mal selbst Ahnung von einem Thema hat, dann merkt man, wie dünn die Bretter des Spiegel sind.
