Telcos am Wochenende

TelcoIm Moment komme ich kontinuierlich in den Genuß von Telefonkonferenzen am Wochenende. Der Business Man wird dann gelegentlich in einem akustischen Umfeld erwischt, das als semiprofessionell zu bezeichnen ist. Da die Teilnehmer – es sei ihnen allen gegönnt – am Wochenende Privates und Dienstliches halbwegs unter einen Hut bringen müssen, wird das gelegentlich zum akustischen Spagat. Der Eine liegt gemütliche zuhause auf dem Sofa und die süßen Kleinen haben ihn gerade zum Affenfelsen erkoren, der Andere versucht die Telco in der Kirche abzuwickeln. Solange er nur zuhört, mag das gelingen. Wenn er aber plötzlich doch etwas sagen will, dann passt das oft nicht zur Liturgie. Überhaupt spielen Kirchenglocken eine entscheidende Rolle bei der wöchenendlichen Telco. Sie sind laut, fangen ganz plötzlich an und man kann ihnen kaum entgehen. Manche sind auch gerade mit dem Hund unterwegs oder der Hund mit ihnen. Dann hört sich der Telco-Beitrag an, als ob der Consultant auf der Flucht sei. Witzig ist, wenn die Lebensabschnittsgefährtin im Hintergrund flötet: „Schnucki, wann bist du denn endlich fertig. Ich waaarte!“

Naja, ist ja alles im Dienste des wirtschaftlichen Erfolges und sooooo wichtig.

„Always on“ à la Apple

AOFür mich hat Apple dem Begriff „always on“ eine neue Qualität gegeben. Mein iPhone5 hat jetzt 23 Monate auf dem Buckel. Ist ja auch ne tolle Leistung. Der Akku lädt inzwischen total schnell. So in 20 Minuten etwa von 0 auf 100. Super Sache! Ist leider aber auch fast genauso schnell leer. Deshalb hängt mein iPhone5 in der Regel am Kabel. „Always on the power supply“, was vielleicht kein korrektes Englisch ist, aber es passt halt. Meine Kollegin hatte sich wegen ähnlicher Malessen nach Terminvereinbarung auf den Weg zum neuen Hannoveraner Apple Store gemacht. Das ist diese In-Location, bei der viele glasige Augen und Schaum vor dem Mund bekommen. Dort hat dann einer dieser gedrillten Zeitgeist-Fuzzis ihr Handy gegen irgendein Testgerät gehalten und ihr mit großer Freude mitgeteilt, dass der Akku voll in Ordnung sei. Quasi ein Glücksgriff von Akku. Eigentlich bekomme ich in wenigen Wochen ein iPhone6. Die Halbwertszeit des Akkus liegt da vermutlich noch etwas niedriger. Da ich aber mein jetziges iPhone nicht einfach wegschmeißen will, werde ich auch mal diesen Heilsbringern im Apple Store einen Besuch abstatten. Wenn die mich auch mit Glückwünschen überschütten, weil ich so einen Super-Akku habe, dann werde ich den Jungs mal was erzählen. Auf einer vorherige Terminanfrage werde ich verzichten. Ich lass mich doch nicht zum Apple-Affen machen.

Lumia-Freunde, jetzt kommt mir bitte nicht wieder mit euren Alternativ-Vorschlägen. Die Dinger sind auch nicht besser und beim iPhone ist zumindest nicht jedesmal das Display dauerhaft „customized“, wenn das Ding mal runter fällt. Offenbar investiert Apple 0,5 Cent mehr in die Scheibe als Microsoft.

Der IT Consultant – Ein toller Typ

IT-BeraterIT Consultants sind tolle Typen. Sie treten in den Formen Senior und Junior auf. Manchmal als amerikanisches Derivat auch als Vice President, macht aber letzlich keinen Unterschied. Sie sind mindestens 4 Tage pro Woche auf der Rolle und drehen, dort wo sie auftreten, ganz große Räder. Ganz Große. Sie treten in der Regel morgens früh beim Kunden an, weil man den Tag ja nicht vertrödeln darf. Über Tag jagt dann eine megawichtiges Meeting das nächste. In den Meetings werden Entscheidungen getroffen, die die Welt verändern. Da würden jedem Laien die Ohren schlackern. Zwischendurch wird kontinuierlich noch mit mindestens einem, manchmal aber auch zwei Smartphones hantiert. IT Consultants treten biologisch betrachtet zu 95% in männlicher Form auf, aber eigentlich sind sie geschlechtslos. Es gibt wichtigeres.
Der IT Consultant ist nicht gewerkschaftlich organisiert. Ist ja nicht so ein Weichei wie Lokführer oder Lufthansa Piloten. Er arbeitet mindestens 12 Stunden am Tag, aber mindestens. Noch stolzer ist er, wenn er 13, 14 oder 15 Stunden arbeiten darf. Er ernährt sich von allem was ihm so im Vorbeigehen in die Finger kommt. Ernährungsberatung ist auch was für Weicheier. Wenn er dann tatsächlich am Abend die Räumlichkeiten beim Kunden verlässt, dann hockt er sich im Hotel an die Bar und erzählt allen, die es nicht hören wollen, was für ein toller Typ er ist. Wenn dann auch der Barkeeper nicht mehr zuhören will, geht er auf sein Zimmer und feilt noch etwas an der Präsentation für den nächsten Tag.
Er fährt in der Regel hierzulande einen Audi. Der Junior den 4er, der Senior den 6er, der Vice President den 8er. Hauptsache schwarz. Der Audi ist sowas wie der Blaumann des IT Consultants. Manchmal ist die Autobahn voll davon. A propos Autobahn. Der IT Consultant ist in der Regel auf der linken Spur zu finden. Da hat er einen Pachtvertrag für. Leider muss er sich die Spur mit all den anderen IT Consultants teilen. Aber er hat ja auch eine Lichthupe.
Am Wochenende hat er manchmal Probleme, weil die Frau und die Kinder das nicht die Bohne interessiert, was er über Woche so alles gerissen hat. Wenn er dann ganz frustriert ist, macht er die Präsentation für Montag fertig oder kümmert sich um die Zeiterfassung oder die Spesenabrechnung. Nebenbei gesagt, die Kreditkarte ist mindestens Gold. Mindestens. Im ländlichen Raum hat er auch damit manchmal Probleme. Das liegt aber am ländlichen Raum.
Unterm Strich macht er das alles, weil er der Menschheit etwas gutes tun will. Es ist sozusagen seine moralische Pflicht. Natürlich wird er nebenbei total reich, aber das ist nur Nebensache.

Datenschaukel

SchaukelDie Insider, die immer noch mit dem legendären Produkt Notes arbeiten, sollten den Ablauf kennen. Als Business Partner arbeitet man für einen Kunden, der keine Lust auf Cross-Certifizierung hat. Man will aber trotzdem eine Notes Datenbank zwischen einem eigenen Server und einem Kundenserver replizieren. Also schaukelt man die Daten über die lokale Platte zwischen den Domänen hin und her. Nicht sooo spannend. Replikationskonflikte sind bei unsachgemäßer Nutzung trotzdem vorprogrammiert. Ärgerlich wird es, wenn man nach einem langen Arbeitstag im Hinausgehen noch feststellt, dass man vergessen hat ein letztes mal mit dem Kunden zu replizieren. Man weiß, die Strafe kommt am nächsten Morgen mit hunderten von Replikationskonflikten. Also habe ich mir am Freitag nicht faul spontan den Kundenrechner – nur mit dem komme ich ins Kunden-VPN – noch zusätzlich in den Rucksack gepackt. Blöd ist, wenn man das Ding dann zu hause aufklappt, der nur noch 7% Akku hat und man bequemerweise nicht auch das Netzteil noch mitgeschleift hat. Da freut man sich doch, dass jedes Notebook ein anderes Netzteil hat. Ich hab dann versucht alles doch noch schnell mit den 7 Gnadenprozent zu erledigen, aber ähnlich wie bei meinem iPhone sind 7% nur für 2 Minuten gut. Das war zu wenig. Ich habe dann noch eine Weile am Küchentisch gesessen und mir die Welt abwechselnd schön und hässlich geredet. Aber es nutzt nix. Ich hab mich wieder ins Auto gesetzt, bin nochmal ins Büro gefahren, hab das doofe Netzteil angeschlossen, hab 5 Minuten repliziert, und alles war in Butter. IT 2014. Und wir haben ja sonst keinen Spaß.

Support Blüten

supportSupport ist ein schwieriges Business. Auch für IBM. Seit einigen Wochen versuchen wir einen sog. PMR zum Abschluß zu bringen, bei dem es um Probleme im Customizing von IBM Connections 5.0 geht. Etliche Mails gingen zwischen meinen Kollegen und dem Support Center in der Guinness-Hauptstadt hin und her. Bislang leider ohne Erfolg. Nun kommt überraschenderweise ein Email, das zum Feedback beim Chef auffordert. Ist das nun das Ende der fachlichen Kommunikation? Bei der Wahl zwischen Compliments und Concerns sehe ich uns leider noch auf der Seite „Concern“.

Office365 Home

password

Mal davon abgesehen, dass ich nicht weiß, warum das alte Passwort nicht mehr funktioniert hat, finde ich den Passwort Reset Prozess beim Office365 Home Account gelinde gesagt verwunderlich. Bei allen anderen Systemen, die mir bekannt sind, hat man einen Reset Code oder einen entsprechenden Link mehr oder minder prompt nach der Anforderung in seiner Mailbox. Bei Microsoft ist dies – mehrfach getestet – nicht der Fall. Im Extremfall habe ich fast 2 Stunden gewartet, bis dieser Code kam. Die These, dass dies in Indien oder Bangladesh von Hand abgewickelt wird, und die Menschen dort zum Zeitpunkt meiner Anforderung schon Feierabend hatten, ist nicht belegt, aber auch nicht unwahrscheinlich. Ich will mal hoffen, dass im Business Umfeld die Microsoft SLAs etwas praxisgerechter abgefasst sind. Ohnehin scheint mir in den Prozessen rund um die Accountverwaltung bei den Unternehmen, die um die Weltherrschaft kämpfen, noch Nachholbedarf zu bestehen. Welchen Ärger ich schon mit SmartCloud, Office365, neuerdings Skype, Google oder Apple rund um Accounts hatte, das geht auf keine Kuhhaut.Spätestens, wenn unser Personalausweis durch einen dieser Accounts ersetzt wird, was ja im Prinzip das Ziel dieser Kraken ist, dann sollten die Prozesse bessser funktionieren.

Aus dem Leben eines reisenden Consultants

Remscheid 001Nach knapp 10 Stunden Arbeit (und davor 2 stündiger Autofahrt zum Kunden) hat der reisende Consultant ein gewisses Ernährungsgrundbedürfnis. Mancherorts, so z.B. in Remscheid, ist das nicht ganz einfach zu befriedigen. Ein Chinese beim Hotel um die Ecke erweist sich als Getränkelager. Der Restaurantbetrieb wurde vor längerer Zeit eingestellt. Das zentrale Steakhaus erfreut mit dem abgebildeten Zettel. Fassen wir’s kurz: Ich freue mich auf Hannover.

Neues IBM Connections Asset – holistic connections community content export (hc3e)

hc3e_inkl_logoManche Bedarfe fallen einfach vom Himmel. Die Umsetzung wird dann aber umso dringender benötigt. Der Bedarf: Es wird ein Export von allem Content selektierter Communities aus IBM Connections benötigt. Im konkreten Fall lautet die Selektion: Alle Communities mit einer bestimmten Person als Owner. Wir haben diese Anforderung in einem Asset unter dem komplexen Titel „holistic connections community content export“, kurz hc3e, umgesetzt.

Das Ergebnis:

  • Der komplette Content der Features Blogs, Bookmarks, Files, Forums, Ideation Blogs, Status Updates, Wikis wird als statisches HTML exportiert. (Activities bislang nicht).
  • Es wird eine Header Navigation über alle selektierten Communities mit einem Drop-Down Menu für die Community-spezifischen Features erzeugt.
  • Die Navigation über die Items im Detail erfolgt in einem Frame auf der linken Seite.
  • Metadaten, wie Kommentare, Versionsnummern, Erstellungsdaten, Anzahl der Likes usw. werden partiell exportiert.
  • Zugangsdaten der Connections Installation, Quell-Communities und Zieldirectory für den HTML-Baum werden in einer Konfigurationsdatei definiert.

hc3e3

Erweiterungen werden wir nach Bedarf genauso schnell und flexibel liefern wie den bisherigen Wurf.

Jetzt müssen wir nur noch schnell den Preis definieren. 😎

Paranoide Verfahren!

TestcenterNochmal zum Thema IT-Zertifizierungen. Zugegeben, ich selbst habe noch nie solch einen Test mitgemacht, aber die Storys, die meine Kolleginnen und Kollegen erzählen, finde ich horrorartig. Eigentlich steht der Ablauf dem menschenverachtenden Verfahren, dass die amerikanischen Einwanderungsbehörden (vielleicht auch die anderer Staaten) betreiben, kaum nach. Bei der Homeland Security hat man die 13+x-Faktor-Authentifizierung. ESTA+Pass+Foto+1,2,3…10 Finger+x Fragen des Immigration Officers. Bei der IBM Zertifizierung über Pearson hat man mindestens Ausweis1+Ausweis2+Foto+digitale Unterschrift. Zwar deutlich weniger aber auch paranoid. Meine These, dass man auch einen dressierten Schäferhund dort hinschicken kann, weil alles nur auswendig gelernt werden muss, ziehe ich zurück. Der Schäferhund hat maximal eine Abstammungsurkunde und einen Impfpass und beides ist keine Picture-ID, wie der Ami so nett sagt. Das mit der digitalen Unterschrift könnte beim Hund auch schwierig werden.

Wenn dann im Testcenter die Technik noch streikt wird es zur Comedy. Eine Kollegin war letzte Woche in einem hannöverschen Testcenter, das autorisiert ist die Pearson Tests durchzuführen. Zuerst ist die Kamera kaputt, also geht das mit dem Foto nicht. Dann holt der Chef für den Ersatzprozess seine Digi aus dem Wagen. Zum Nachladen des Fotos braucht das Testcenter aber einen Aktivierungsschlüssel. x-mal Verbindung abgebrochen, dann in ominösen Warteschleifen, endlose Telefonate mit irgendwelchen Supportcentern. Nach einer Stunde ist der Rechner schließlich zur Testabnahme bereit, dann mitten im Test wieder Netzwerkprobleme. Ein Horror. Da nagelt man sich leichter eine Frikadelle ans Knie. Aber gemäß dem alten amerikanischen Sinnspruch „It´s the law!“ hält man am besten die Klappe. Die Kollegin hat ihre 100% gemacht, war zweieinhalb Stunden im Testcenter (Nettotestzeit: 10 Minuten), hat 5 Kaffee getrunken. Mund abwischen, weitermachen. Meine Lebensweisheit: Frage eine amerikanische Organisation nie nach dem Sinn ihres Tuns, mehr als „It´s the law!“ kommt da nicht rüber als Antwort.