Was wäre,wenn?

Wie bereits in früheren Glossen erwähnt, versucht mir Herr von Bechen, der Chefredakteur dieses Magazins, gelegentlich ein paar Anregungen mit auf den Weg zu geben.  Anlässlich des 2000sten Jubiläums der Schlacht im Teutoburger Wald sollte ich darüber sinnieren, was denn passiert wäre, wenn Hermann den Varus nicht geschlagen hätte. Berlusconi würde als direkter Nachfolger von Cäsar womöglich über unsere Land regieren.  Somit hat Hermann uns in den Wäldern um Bielefeld vor diesem Desaster bewahrt. Wer aber bewahrt die Hessen vor Koch? Es mag Unterschiede im Kontostand bei diesen beiden Herren geben, im Demokratieverständnis sind sie marginal. Naja, letztlich ist es hier wie dort der Wählerwille, im Gegensatz zu Varus´ und Hermanns Zeiten.

Das Jahr 2009 kann mit vielen was-wäre-wenns begonnen werden? Was wäre, wenn die uns nicht diese ärgerliche Weltwirtschaftskrise beuteln würde. Könnte es nicht ein tolles Jahr 2009 werden? Waren wir nicht gerade so gut in Form?

Was wäre, wenn Porsche sich nicht mit grandioser Zockerei die Mehrheit an VW gesichert hätte? In der Hannoverschen Allgemeinen stand kürzlich im Wirtschaftsteil oben rechts: „Porsche bringt VW-Aktie wieder in Schwung“. Unten links auf der gleichen Seite wurde über den Selbstmord des Herrn Merckle berichtet. Makaber. Ich glaube nicht, dass die Damen und Herren in den Wirtschaftsressorts schon irgendetwas begriffen haben. Nach wie vor huldigen sie mit Inbrunst den Erfolgen der Zocker.

Was wäre, wenn Angela Merkel nicht Konjunkturpakete basteln würde? Das Geschachere über das 2.Konjunkturpaket – warum nicht Konjunktur II – nimmt immer wildere Formen an. Ein paar Milliarden hier hin, ein paar Milliarden dort hin. Die Spezialsten für das Abschöpfen von Konjunkturpaketen stehen in den Startlöchern. Neben den Banken wird die Bauindustrie als bevorzugter Empfänger genannt. Das Autobahnnetz wird durch neue Diagonalen ergänzt. Hannover-Leipzig, diagonal durch den Harz mit einer Raststätte auf dem Brocken. Frankfurt/Oder-Nürnberg mit einem 200km Tunnel unter Tschechien durch. Freiburg-Stuttgart durch den Schwarzwald und Hamburg-Bielefeld fehlt auch noch.

Vielleicht fragt sich auch der FC Chelsea oder Schalke 04 in Kürze: Was wäre, wenn? Nicht ganz ohne Genugtuung habe ich gelesen, dass auch die russischen Oligarchen in den Wirren der letzten Monate kräftig Federn gelassen haben. Zumindest fangen sie schon mal an ihr Gas zu horten, denn wenn das mit der Klimaerwärmung nichts wird, dann braucht man das Gas für die russischen Winter.

Ich hoffe, dass sich im Laufe des Jahres die was-wäre-wenns nicht häufen. Ich fühle mich wohler, wenn ich zumindest das Gefühl habe, die eigenen Erfolge beeinflussen zu können. Ein bisschen Planungssicherheit ist da hilfreich.

Vom Programm „Konjunktur II“ habe ich schon ganz persönlich profitiert. Als ich gestern am Mannheimer Bahnhof ein Ticket für 3,50€ aus dem Automaten gezogen habe, kam als Zugabe ein 10€-Schein aus dem Automaten gesurrt. Das ausgerechnet mein Freund Mehdorn proaktiv Konjunktur II umsetzt, finde ich beachtenswert. Man sollte Menschen nie abschreiben.

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