EXPO-Aufschlag für Lotus Notes

Als Speerspitze der Lotus-Business-Partner in der EXPO-Stadt Hannover hat man eine gewisse Verpflichtung, über dieses Großereignis zu berichten. Mit Erscheinen dieses Heftes sollte die grandiose Eröffnungsveranstaltung gerade über die Bühne gegangen sein. Passend wäre die Story “EXPO-Gesellschaft nutzt Lotus Notes als weltweites Informations- und Kommunikationssystem” oder wenigstens “EXPO-Webserver unter Lotus Domino”. Leider sehe ich mich außerstande, solche Erfolgsmeldungen zu bieten. Mir ist nicht bekannt, ob Lotus Softwaretechnologie in irgendeinem Länder-Pavillon öffentlich oder im Back-Office Einzug gefunden hat. Das Thema “Mensch, Natur, Technik” ist zwangsweise nicht besonders EDV-lastig, wobei Technik am ehesten in diese Richtung tendiert.

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In den frühen Anfängen der EXPO hatten wir uns als lokaler Dienstleister um Kontakte zu diversen Organisationskomitees bemüht. Ich hatte sogar Lotus auf dieses Marketingfeld aufmerksam gemacht, da der Bedarf an tauglichen EDV-Instrumentarien bei allen beteiligten Organisationen sicherlich enorm sein muss. Am Ende sind alle unsere halbherzigen Bemühungen gescheitert. Wir wussten auch nie genau, ob man sich mit dem Hinweis auf ein EXPO-Engagement blamiert oder Lorbeeren verdienen kann.

Die US-Amerikaner waren clever und haben sich mit einem Nationenpavillon fein herausgehalten und somit Birgit Breuel einschließlich ihrer Freunde vom Vorstand der Messe AG im Regen stehen gelassen. Für Lotus wäre es jederzeit möglich gewesen, dort als Vermarktungspartner einzusteigen, aber offenbar war die Kartoffel “EXPO” zu heiß, zu kalt, zu teuer oder zu provinziell – wer weiß? Amerika ist immerhin mit Coca-Cola und McDonalds vertreten, IBM ist ebenfalls Produkt-Partner. Letztere sind mir durch Werbung in diesem Zusammenhang jedoch noch nicht aufgefallen.

Die Deutsche Bahn als Welt-Partner möchte auf der EXPO keine Lorbeeren verdienen, es wäre unwahrscheinlich, dass das gelingt. Das Minimalziel bis zur EXPO-Eröffnung lautet, die desolate Großbaustelle “Hauptbahnhof Hannover” einigermaßen in den Griff zu bekommen. Alternativ zur Profilierung durch ordentliche Dienstleistung entschloss sich die Deutsche Bahn zum Abzocken der Bürger der Niedersächsischen Landeshauptstadt und aller Reisender aus und nach Hannover, die überhaupt nichts mit der EXPO zu tun haben. Die saftigen Zuschläge für Nicht-EXPO-Besucher werden sich während der Dauer der Ausstellung für die Mitarbeiter unseres Unternehmens  sicher auf einige tausend Mark summieren, private Mehrkosten nicht mit eingerechnet.

Nun sollte das hier nicht als Spendenaufruf für die Notes Development GmbH verstanden werden – was mich ärgert, ist die asoziale Idee der Bahn. Wie wäre es, wenn alle Lotus Business Partner, die für die Deutsche Bahn Dienstleistungen erbringen, zwischen 1. Juni und 31. Oktober 2000 einen EXPO-Aufschlag in ihre Rechnungen packen? Man muss das nicht rechtfertigen, schließlich kann es die Deutsche Bahn auch nicht.

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