PalmPilot und IBM Workpad: Ein Objekt der Begierde?

Das Thema „persönliches Organisationsinstrument“ zieht sich wie ein roter Faden durch meine fast 15-jährige Berufstätigkeit. Doch das einzig Konstante an diesem Thema ist der ständige Wechsel. Der Bedarf ist klar: Termine und Notizen im privaten wie auch beruf­lichen Bereich müssen irgendwo festgehalten werden. Die bislang noch un­übertroffene Standardausrüstung des Menschen für diese Zwecke ist der Kopf. Da dieser nichts kostet und dem Menschen von Geburt an gehört, ist er nicht marktrelevant.

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Mein erster Versuch, diese Standardausrüstung zu ergänzen, war vor vielen Jahren die Bestellung eines Probeexemplars „Time System“. Zu Beginn meines Berufslebens hatte mich die Vehemenz, mit der geschäftliche Gesprächspartner dieses Teil zelebrierten, ungemein beeindruckt: Motto: „Dies ist meines, und was hast du?“ Ich habe mich zwar damit einige Wochen beschäftigt, aber der Nutzen wurde mir nicht klar. Wahrscheinlich hatte ich zu wenig Termine, zu wenig Adressen und wohl kein Budget, das ich allabendlich hätte nachkalkulieren müssen.

Die nächsten Versuche waren IT-basierend. Mal etwas Selbstgebasteltes, mal etwas Käufliches. Da mein Dasein aber ungemein flexibel ist – ich existiere im Büro, am Heimarbeitsplatz  und unterwegs am Laptop, und selbst im Urlaub fällt mir ab und an Wichtiges ein – gab es trotz genialer Replikationsmechanismen von Lotus Notes immer wieder Lücken in der Verfügbarkeit wichtiger Informationen.

Das Replizieren bzw. das Replizieren-Vergessen-Haben wird zum Verfolgungswahn. Zudem ist es mir fast peinlich, wenn ich am Bahnhof in der Imbissbude auf einem Stehtisch – zwischen Senfresten und Kaffeepfützen – mein Notebook aufklappe, um die Adresse zu suchen. Zu DOS-Zeiten wäre dies noch halbwegs schnell gegangen – heute nudelt die Kiste trotz 233 MHz  erst einmal Ewigkeiten, bis die Adresse zugänglich ist.

Folglich war ich in heller Begeisterung auf der Lotusphere in Orlando, wo ich mich erstmals mit dem neuen Objekt der Begierde, dem IBM Workpad, beschäftigt habe. Es (er?) ist sicherlich ein neuer Höhe­punkt in der historischen Kette von persönlichen Organisationsinstrumenten. Die Anbindung an Lotus Notes ist geradezu ideal. Inzwischen bin ich stolzer Besitzer eines PalmPilot mit bereits zwei Cradles und einem dritten HotSync-Cable. Die Installation war erstaunlich einfach, und das lässige Drücken auf den HotSync-Button beeindruckt jeden Nicht-Besitzer. Meine Kinder beherrschen die Kürzelschrift schon genauso perfekt wie ich.

Der Eintrag einiger Geburtstagstermine mit Wiedervorlage hämmerte mir beim nächsten HotSync beachtliche 684 Dokumente in meine Lotus Notes Mailbox. Leichte Zweifelwölkchen kräuseln sich allerdings schon wieder am Horizont: Ich kann zwar 1000 To do‘s eintragen, aber erledigen tut er die Arbeiten nicht.

Zur Strafe habe ich „ihn“ nun schon zwei Tage nicht mehr benutzt.

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