Die Vielfalt von Auschreibungsunterlagen

IMG_6793In den letzten Tagen sind wir zu vergleichbaren Projekten mit Ausschreibungsunterlagen in sehr unterschiedlicher Qualität und Stilistik konfrontiert. Mancher Kunde beschreibt auf 100 Seiten und mehr, umfangreich und akribisch alle Aufgabenfelder. Man kann quasi an der Ausschreibung entlang granular die Aufwände kalkulieren.

Andere Kunden bieten nur ein paar dünne Seiten und irgendwo den Punkt „Deliverables“, wo mit 2-3 Bullets die Erwartungshaltung gelistet ist.

Legitim sind vielleicht beide Vorgehen. Ungerecht und fachlich sicher auch falsch wird es, wenn am Seitenrand der granularen Auschreibung oder im Excel Sheet dann 200 Tage zusammenzuzählen sind und in der dünnen Auschreibung für eine vergleichbare Leistung nicht mal die Hälfte steht. Man hat intuitiv Hemmungen an eine Position undifferenziert eine große Zahl zu schreiben.

Wer Böses vermutet, könnte denken, dass der Kunde mit der dünnen Ausschreibung denkt, je weniger er schreibt, desto billiger wird es. Da ich immer nur das Gute im Menschen annehme, gehe ich davon aus, dass er einfach nicht die volle Komplexität des Projektes vor Augen hatte und dankbar ist, wenn ihm jemand die offenen Punkte aufzeigt. Dafür sind wir ja da als Consultants.

Der erfahrene Projekt-Kalkulator lässt sich auch durch die Qualität der Unterlagen nicht beirren und kommt in beiden Angeboten ohnehin zum gleichen Ergebnis. Aber dazu braucht es eben etwas Erfahrung.

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