Der ewige Termindruck

missed-deadline-278x300Es ist die Vorweihnachtszeit. Alles soll noch fertig werden in 2014, aber die Arbeitskräfte diffundieren nach und nach in Resturlaub. Die Luft wird dünner und kälter. Die Deadline, eines meiner Lieblingsworte, ähnlich martialisch wie Blockbuster, wird verstärkt strapaziert. Begleiterscheinung dieses coolen Anglizismus ist die Bezeichnung EOB – end of business day. Auch cool. „Wann kann ich die Auswertung haben?“ „EOB“. Offen bleibt dann, was der Einzelne so als persönliches EOB sieht. Manche fangen erst gar nicht an, bei den Anderen fällt der Hammer um 16:00, bei manchen geht er um 23:59 nahtlos in den nächsten über. Praktischerweise kann man in der Rolle des Lieferanten immer sagen: „Mein EOB ist 23:59!“ Wenn alle Stricke reißen, sendet man um 23:59 ein cooles Email mit dem Subject „Delivery postponed! EOM“ an den Kunden. Dann kann der sich mit der nächsten coolen, aber nicht unpraktischen Gepflogenheit auseinandersetzen. Die Message braucht er dann auf dem Smartphone eigentlich gar nicht zu öffnen, weil EOM = end of message. Er wird es aber trotzdem tun, weil er dem Braten nicht traut.
BTW ich erinnere mich an ein Gespräch vor gefühlt hundert Jahren im Eisstadion als mich ein Freund fragte, was heißt eigentlich LOC. Ich antwortete lines of code, worauf eine Eishockeyfan neben uns, stramm über der 1,0 Promillegrenze, lallte: Das heißt Lokales Olympisches Committee. Na denn. Hoch lebe die internationale Verständigung, auch unter Termindruck.
Auf der Suche nach einem passenden Bildchen für deadline bin ich auf den obigen Cartoon gestoßen. Ich hoffe Regan verzeiht mir die Verwendung. Der war einfach zu schön.

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