holistic thinking – Idee und Grenzen

scribble_37-orangeAchtung: Es wird ein bisschen philosophisch! Mit dem Firmennamen holistic-net hatten wir uns vor 14 Jahren eine Messlatte gelegt, an der wir uns messen lassen wollen und auch selbst messen wollen. Ganzheitlich!

Im Geschäftsalltag reduziert sich das schnell auf zweimal im Jahr erklären, was denn holistisch eigentlich heißt. Man redet ein bisschen mehr über Themen rund um die Kern-IT anstatt tumb vor sich hinzuimplementieren. Ökonomische und ökologische Rahmenbedingungen, soziologische und ergonomische Betrachtungen, Nachhaltigkeit und Buzzwords wie digitale Transformation, Cognitive Computing, Cloud und Mobile. Klingt nach viel, ist aber dennoch viel zu wenig.

Drehen tut sich die Welt derzeit woanders. Sie dreht sich um das Problem, dass die klassische Demokratie nicht mehr funktioniert. Unsere IT-Blase hat damit faktisch nichts zu tun. IT ist ohnehin weitestgehend apolitisch. Immerhin sind alle meine Kontakte in den Social Networks wie selbstverständlich gegen Trump, Putin, Erdogan, Orban und manche sogar gegen Seehofer. Zumindest traut sich keiner auf die „falsche“ Seite. Aber das Lamentieren und Liken von Trump- oder Erdogan-Cartoons in Facebook, das Unterschreiben von Böhmermann-Petitionen, was ist damit erreicht? Wenig bis nichts.

Offenbar ist die Menschheit von der Globalisierung überfordert. Der Nationalismus in hässlichster Form kommt zurück. Man verliert die Lust über digitale Transformation zu reden. Die hilft weder gegen AfD-Wähler in Mecklenburg-Vorpommern, noch gegen die Trump-Wählerschar, noch gegen Pro-Brexit-Fans, noch verhindert sie Flüchtlingsströme. Tesla löst diese Probleme nicht und Watson auch nicht. Ein jüngster Beweis von Fehleinschätzungen mit gewaltiger IT-Unterstützung waren die Wahlprognosen in den USA.

Zurück zum holistic thinking. Auch wenn es unangenehm für die Intelligenzia ist, sie muß raus aus ihren Blasen. Es ist offenbar mehr gefordert als tolle Technologie-Perspektiven, Business Cases mit per Excel-Sheet verbriefter Erfolgsgarantie, Win-Win-Szenarien (welch lächerliche Begriffsbildung). Es gibt offenbar Menschen, die trotz aller Hypes unserer hype-gesteuerten Gesellschaft, das Gefühl haben in den letzten Jahren auf die Loser-Seite gerutscht zu sein. „Brot und Spiele“ funktioniert da nicht mehr, zumal das mit dem Brot in manchen Landstrichen ganz übel aussieht.

Ich will hier keinen Fatalismus verbreiten, schon gar nicht in einem IT-Blog, aber die Frage, wo ist welches Engagement z.Zt. eigentlich am Wichtigsten, finde ich schwierig zu beantworten. Konzentieren auf das IT-Business, hoffen dass Trump doch Handschellen bekommt, dass Marine Le Pen nicht die nächste nationalistische Erfolgsgeschichte schreibt, dass Seehofer nur in Bayern zündelt. ???

P.S. Manche Freunde werden sagen: „Jörg, lass doch die Finger von diesen schweren Themen.“ Aber man muss ja nicht immer nur Produktwerbung machen. Die kommt dann vielleicht im nächsten Posting wieder.

„Mach‘ ich mit SharePoint!“

wollmilchsausharepointMicrosoft macht in Sachen Marketing einen tollen Job. Die IT-Welt sieht wie folgt aus: Mit Word schreibt man, mit Excel rechnet man, mit Outlook mailt man, mit Powerpoint präsentiert man und alles andere macht man mit Sharepoint. Die eierlegende Wollmilchsau. Der Kunde freut sich über dieses überschaubare Weltbild, aber es ist ein Wunschdenken.

Das Ergebnis dieses blauäugigen Weltbildes schlägt sich derzeit in vielen Ausschreibungen zu Migrationsprojekten „IBM Notes –> Microsoftwelt“ nieder. Da wird ganz locker nach einem Festpreisangebot für die Migration von x Notes Applikationen nach SharePoint gefragt. Die Notes Applikationen sind rudimentärst im Ein- oder Zweizeiler beschrieben. Über komplexe Workflows, Rollenkonzepte, kontextabhängige Maskengestaltung, Views mit gigantische Schachtelungstiefe der Kategorisierung und vieles mehr wird salopp hinweggesehen. Im Extremfall trifft man auf die Denke, dass die Migration einer Notes Applikation in eine SharePoint Applikation sich auf einen Kopiervorgang vom Domino Server auf den SharePoint Server beschränkt.

Liebe Leute, vieles ist machbar, aber es fällt nichts vom Himmel. Es mag sogar stimmen, dass vieles mit SharePoint realisierbar ist, aber einerseits nicht alles und andererseits muss Implementierungsbudget da sein. Out-of-the-box bzw. mit wenig Konfigurationsaufwand lassen sich nur flache Notes Applikationen nach SharePoint migrieren. Der Rest ist .NET-Programmierung. Die Aussage, dass man fast alles auf Basis SharePoint programmieren kann, ist dann genauso richtig, wie die Aussage, dass man alles mit Assembler, Cobol oder Java programmieren kann. Man muss es nur können und muss die Zeit und das Geld dazu haben.

Unsere Bitte: Migrationen von Notes Applikationen nach SharePoint mit realistischer Erwartungshaltung angehen. Fingerschnippen reicht nicht zum Datentransfer und schon gar nicht zum Transfer der Business Logik aus. Dass in diesem Zusammenhang der Rapid Application Development Plattform Notes eine Träne nachgeweint wird, kann gut passieren.

 

holistic smart café nun auch für Android

neumann

Kontaktdaten aus vielen Quellen einfach genutzt!

Eine wichtige Device-Lücke ist geschlossen. Das holistic smart café ist nun auch für Android verfügbar. Im Moment im Beta, in Kürze public. Nun können auch all die Samsung, HTCs, LGs, Nexus, … mit dem holistic smart café arbeiten.

Auf der Quellseite sind in den letzten Wochen und Monaten viele Connectoren zu CRM-Systemen hinzugekommen: Salesforce, SugarCRM und Microsoft Dynamics.

Unternehmen, für die interne Deployments nicht oder nicht mehr in Frage kommen, bieten wir die Browser Version mit der gleichen Vielfalt an Connectoren.

holistic smart café ist für alle Use Cases gerüstet.

Der ultimative Ligatipp 2016/17

ligaWir sind wieder startbereit. Für die 1.Liga wieder und für die 2.Liga nun auch. In die Niederungen der 2.Liga haben wir uns begeben, weil uns sonst die ganzen 96-Fans von der Fahne gehen und, weil es mindestens genauso viel Spaß macht wie für die erste Liga. Zusätzlich haben uns ein paar harte FCK-Fans um diesen Schritt gebeten.

Wer also in der Vergangenheit 30 Sekunden pro Woche zum Tippen gebraucht hat, der braucht nun 1 Minute für beide Ligen. Beim ersten Mal 2.Liga kommt vielleicht noch das Kennenlernen der Logos hinzu. Mit den schönen mouse-over Tooltips sollte das aber leistbar sein.

Für die, die noch nicht mit dem Ligatipp vertraut sind:

  • Jeder darf mitmachen!
  • Es kostet nichts!
  • Es tut nicht weh!
  • Wir verwenden die Email-Adressen nicht zu trüben Werbezwecken!
  • … und es gibt trotzdem etwas zu gewinnen.

Also rein in den Ligatipp und viel Spaß damit.

.. und nun widme ich mich wieder den ernsten IT-Themen.

Selbstfahrendes Auto

selbstfahrerViele meiner Social Community Kollegen bieten im Moment Beiträge zum selbstfahrenden Auto. Der Tenor: Wer nicht dran glaubt, dass die kommen, ist hinterwäldlerisch. Die agilen, smarten unter uns, die auch die digitale Transformation schon verstanden haben, wissen natürlich, dass diese Autos kommen. Mein Freund Markus Besch hat heute gepostet, dass unsere Bundes-Angie sogar sagt, wer in einigen Jahren noch selbst fahren will, muss teure Spezialversicherungen bezahlen. Quasi als Strafe für´s Schuss nicht gehört. Netter Gag im Vortrag.

Also ich persönlich glaube, dass die kommen. Ufff, raus aus dem Hinterwald. Mir ist es aber auch egal. Ich baue sie nicht, ich verhindere sie nicht. Ich bin überzeugt, dass sie nicht als wildgewordene Furien durch die Fußgängerzonen pflügen werden. Auch der Gesetzgeber wird seinen Frieden mit ihnen machen. Wenn sie mir einen Vorteil bieten, werde ich sie nutzen. Soll kommen. Sie werden allerdings weder den IS befrieden, noch den Hunger in Afrika eindämmen. Sie werden nicht mal den Stau auf der A7 beseitigen. Und ich freue mich jetzt schon auf jede Story über einen erfolgreichen Hacker. Selbstverständlich nur, wenn niemand zu Schaden kommt.

Aber was soll die Polarisierung in diesem Thema. Gläubige und Ungläubige. Es ist doch nur der konsequente Einsatz von Technologie, die die Menschheit inzwischen mehr oder weniger beherrscht. Und nicht unbedingt der Sensationellste. Wir scheren uns doch auch nicht darum, ob in einem Zug noch ein Lokführer sitzt.

Dass Versicherungen dem gängigen Trend in unserer Gesellschaft folgen und jegliches Solidarprinzip aufkündigen, ist schon länger so. Nachts fahren kostet Aufschlag, rückwärts fahren kostet Aufschlag, Fahrer muss zwischen 25 und 55 sein sonst Aufschlag.

Blöder fände ich, wenn man mir das selbstfahrende Fahrrad aufschwatzen wollte. Da seh ich nun gar keinen Reiz drin. Aber das kommt sicher auch noch. Mit dem Segway ist die Technologie ja schon da.

Enterprise Collaboration Tools

Alexander Kluge hat in seinem Blog unter dem Titel Quo Vadis: Die Enterprise Collaboration Strategie der IBM seine Gedanken zu einem Interview, das Dion Hinchcliffe mit dem IBM Vice President, Product Management and Design | IBM Collaboration Solutions, Ed Brill geführt hat, gepostet.

Ed Brills Aussage „.. there’s a lot of work ahead.“ kann ich bestätigen. Es ist schon hart für ein Unternehmen, dessen Entwicklungszyklen nicht als die Allerschnellsten gelten, in diesem Markt den Kopf über Wasser zu behalten. Alle paar Tage wird eine neue Sau durch´s Dorf gejagt, neues super-duper Tool, neue super-duper App, neue Akquisition durch Microsoft, Google oder Apple, und mitten drin der Mega-Tanker IBM.

Als IBM Business Partner fänden wir es toll, wenn IBM Connections alle Requirements in genialer Form erfüllen würde, und wir in aller Ruhe auf dieser Basis unsere Kunden bedienen könnten. Das ist einerseits naiv und andererseits auch etwas langweilig.

Alexander Kluge fragt: Wird es überhaupt noch möglich sein, EINE Plattform für kollaborative Werkzeuge anzubieten? Sagen wir mal: Im Prinzip ja. Der positive Aspekt wäre mehr Ruhe im Markt. Die Unternehmen könnten sich auf die Nutzung einer Plattform in allen Detailausgestaltungen konzentrieren. Der negative Aspekt wäre eine Monopolisierung wie sie heute in vielen Bereichen stattfindet. Monopolisierung ist neben den ökonomisch fragwürdigen Konsequenzen immer ein Feind von Innovation und Flexibilität. Whats App, Snapchat und DropBox würde ich allerdings nicht als Plattform bezeichnen. Plattformen sind Tools auf denen ich einen Großteil meiner Arbeit verrichten kann. Das trifft wohl auf diese Produkte nicht zu.

In Toronto bei der Social Connections 10 habe ich mich immer mal wieder bemüht, das Ohr des IBM Product Managers Luis Benitez zu bekommen, was mir auch sekundenweise gelungen ist. Ich habe ihm versucht zu vermitteln, dass viele in den Demos der IBM gezeigten use cases nur in einer geschlossenen Blase funktionieren und nicht in einem hyper-heterogenen Collaboration-Umfeld, wie wir sie im Alltag haben. Da mangelt es an Flexibilität. Auch im Design Thinking ist noch Luft nach oben.

Wie wäre es denn mit folgender Lösung: Eine solide Plattform als Basis und dazu die Option alle möglichen Tools flexibel einzubinden. Auch eine Illussion, da die Konzepte oft gar nicht zusammen passen.

 

Neues Headset – Sennheiser DW Pro1

IMG_7211Meinen Headset-Salat hab‘ ich etwas aufgeräumt, in der Hoffnung, dass alles wie versprochen funktioniert und ich intelektuell in der Bedienung nicht überfordert bin.

Erste Tests waren jedoch sehr erfolgreich. Für Call Center Profis mag es selbstverständlich sein nur mit einem Headset zu arbeiten, und die Antwort von Microsoft/IBM lautet ohnehin Softphone. Ich habe mich aber bislang mit einem USB-Headset für den Rechner und einem Headset für das Telefon herumgeschlagen und in der Hektik nicht selten das falsche Gerät auf den Kopf gesetzt. Das Sennheiser DW Pro1 ist kabellos, schaltet zudem automatisch um und ist stylisch, was ja auch zählt.

Impressionen von der Social Connections 10 in Toronto

IMG_7192Es gab viele gute Vorträge in Toronto. Chris Crummey hat ein Feuerwerk zum Entwicklungsstand von Connections abgebrannt. Luis Benitez traf zwar verspätet ein, war aber umso agiler in allen Diskussionen und nie um eine Antwort verlegen. Rob Ingram lichtete den Toscana-Nebel ein wenig. Kelley Gordon aus der jungen Design Thinking Riege bringt frischen Wind in das Line-up der IBM Speaker.

Meine Gesamtbewertung des IBM-Tuns rund um Connections:  Es gedeiht. Auch dank der Beiträge vieler 3rd-Party Tool-Anbieter. Ob der Marktanteil der IBM in diesem IT-Sektor groß genug ist, wird oder bleibt, ich weiß es nicht. Es ist aber ein gewaltiger Verdrängungswettbewerb im Gange und IBM ist nicht unbedingt die schnellste Company in Sachen Innovation. Trotzdem: IBM Connections ist für mich inkl. der 3rd-Party Lösungsanbieter z.Zt. das rundeste Gesamtpaket.

Toscana sieht gut aus, ist leider für uns noch nicht verfügbar. Ich würde es sofort ausprobieren. Geht aber nur in der Cloud.  Und es kannibalisiert Connections (aus meiner Sicht).

Tools gibt es in Hülle und Fülle, die zumindest partiell ähnliches tun.Und es bleibt die Qual der Wahl oder die Überflutung mit Content auf dutzenden Kanälen mit dutzenden von Tools.

Ein Höhepunkt sicherlich auch der Vortrag von Alan Lepofsky. Das Erfrischende an ihm: Er muss nichts verkaufen. Nur noch sich selbst. Dann kann man auch mal die Toolvielfalt kritisieren, darauf hinweisen, dass irgendwann bei aller Leidenschaft für´s socializing gearbeitet werden muss, dass es neben der IBM auch andere Anbieter im Markt gibt, die Erwähnenswertes auf die Beine gestellt haben. Er zeigt viele Beispiele auf, in dem Artificial Intelligence sinnvoll in IT-Lösungen einfließt. Die Perspektiven sind aufregend. Er selbst will sich den Dingen noch ein paar Jahre mit großer Neugier widmen und dann irgendwann mal auf den Golfplatz abtauchen. Auch diesen Denkansatz, der unser IT-Tun nicht auf ewige Zeiten in den persönlichen Lebensmittelpunkt stellt, finde ich bereichernd auf solch einer Konferenz.

Es gab auch Hinweise auf verborgene Schätze im IBM Fundus, aber darüber spreche ich jetzt nicht. Da musste man sich schon die Mühe machen dort hinzufahren. Ich werde jetzt mal die Verfügbarkeit der Folien abwarten und dann nochmal ein bisschen nachkarten.